Medienmacher

"InTouch" muss Gegendarstellung von Beckham auf den Titel nehmen

Der englische Fußballstar David Beckham hat eine Gegendarstellung gegen die deutsche Ausgabe des Peoplemagazins " InTouch " erstritten. Das Blatt, das in der Verlagsgruppe Bauer erscheint, muss die Gegendarstellung auf dem Titel der nächsten erreichbaren Ausgabe bringen. "InTouch", dessen Herausgeberin Verlegertochter Nicola Bauer ist, hatte behauptet, der Fußballer habe eine Affäre mit einem Callgirl gehabt. Beckham, der sich vor dem Landgericht Hamburg von dem Medienanwalt Matthias Prinz vertreten ließ, bestreitet das. Die Callgirl-Geschichte erschien auch in der amerikanischen "InTouch", die ebenfalls von Bauer herausgegeben wird. Beckham hat den Verlag auch auf Schadenersatz verklagt. Dabei geht es um mindestens 25 Millionen Dollar.

Thomas Tuma , der auch für Medienthemen verantwortliche Wirtschaftsressortleiter des " Spiegels ", wird Thomas Gottschalk künftig nicht mehr journalistisch beraten. Damit zieht er die Konsequenzen aus seinem umstrittenen Gottschalk-Interview in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins. Nach Erscheinen des Gesprächs hatte das NDR -Medienmagazin " Zapp " berichtet, Tuma habe Gottschalk bei der Vorbereitung seiner Jahresrückblickssendungen in diesem und im vergangenen Jahr journalistisch beraten. Der "Spiegel"-Mann bestreitet das nicht. Er sagt, er habe dafür kein Honorar genommen. Die Chefredaktion habe von allem gewusst. Ein Verlagssprecher bestätigte das. Beim "Spiegel" fand man nichts dabei, dass Tuma Gottschalk für das Blatt interviewte. Nach Angaben des Sprechers nimmt derzeit kein weiterer Redakteur ein Beratungsmandat wahr. Nebenbeschäftigungen seien grundsätzlich meldepflichtig.

Wechselvolle Tage erlebt N24 -Gesellschafter Stefan Aust. Der Sender des ehemaligen " Spiegel "-Chefredakteurs wollte für Sat.1 die Sendung " Talk im Turm " mit dem Journalisten Hajo Schumacher als Moderator produzieren. Daraus wurde nichts. Ausgerechnet Focus TV mit dem einstigen "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort als Moderator erhielt den Vorzug. Auf der Strecke blieb auch die Studio-Hamburg -Tochter Cinecentrum , die den scheidenden Chefredakteur Hans Werner Kilz "Talk im Turm" moderieren lassen wollte. Mehr Glück hatte N24 bei der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Sie bescheinigte dem Sender, konzernunabhängig von der Senderfamilie ProSiebenSat.1 zu sein, die sie mit Nachrichten versorgt. Dies eröffnet dem Sender die Möglichkeit, sich als unabhängiger Dritter um Fensterplätze bei RTL und Sat.1 zu bewerben. Aust sagt, es sei noch nicht entschieden, ob der Sender dies auch tun wird. Das von ihm gegründete Spiegel TV war einst als unabhängiger Dritter bei RTL und Sat.1 erfolgreich in den Fernsehmarkt gestartet.

Während die Übernahme der bisher zur Stuttgarter Georg-von-Holtzbrinck -Gruppe gehörenden " Main Post " durch die " Augsburger Allgemeine " offenbar kurz bevorsteht, ist die Meldung, die Schwaben stünden auch im Begriff die ihnen mehrheitlich gehörende " Saarbrücker Zeitung " zu verkaufen, wohl eine Ente. Angeblich soll die " Rheinische Post " an einer Übernahme des Blattes von der Saar interessiert sein. Tatsächlich gibt es auch Gespräche zwischen beiden Zeitungen. Dabei geht es aber nicht um den Verkauf der "Saarbrücker Zeitung", sondern um deren Einstieg beim IT-Dienstleister Circ IT . Sie will offenbar den 50-Prozent-Anteil ihres Hauptgesellschafters Holtzbrinck übernehmen. Die übrigen 50 Prozent halten die Rheinländer.

Diese Kolumne geht nun in die Weihnachtspause. Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Januar 2011.