Medienmacher

Süddeutschem Verlag reicht Rückkehr in die Gewinnzone nicht

Schwarze Zahlen für den Süddeutschen Verlag, nachdem es im vergangenen Jahr noch hohe Verluste gab. Zufrieden ist man damit dennoch nicht.

Hamburg. Der Süddeutsche Verlag , in dem auch die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) erscheint, wird in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Dies verkündete die Geschäftsführung des Zeitungshauses am Donnerstag der Belegschaft auf einer Betriebsversammlung. Allerdings hält sie die Rendite, die 2010 erwirtschaftet werden wird, für unzureichend. 2009 hatte der Verlag noch einen Verlust in siebenstelliger Höhe gemacht. Für Aufsehen sorgte der Auftritt des stellvertretenden "SZ"-Chefredakteurs Wolfgang Krach, der auf der Veranstaltung die Überlastung der Redaktion nach dem Personalabbau beklagte.

Am Rande ging es auch um die Internet-Strategie der "SZ": Print- und Online-Redaktion sollen enger verzahnt werden. Dabei erweist es sich offenbar als Problem, dass die Online-Redakteure in der ausgelagerten sueddeutsche.de GmbH beschäftigt sind und - im Gegensatz zu ihren Printkollegen - 30 Prozent unter Tarif bezahlt werden. Ob die schleppende Zusammenführung von Print und Online der Grund dafür ist, dass im Digitalgeschäft der "SZ" so einiges brachliegt? Für den scheidenden Online-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs, dessen Wechsel an die Spitze des "SZ"-Wirtschaftsressorts schon seit Juni feststeht, ist immer noch kein Nachfolger gefunden. Und eine iPad-App ist zwar beschlossen aber noch weit entfernt von ihrer Realisierung.

Die "Zeit" hat bereits eine iPad-App. Nun kommt eine weitere zum 40. Geburtstag des "Zeitmagazins" heraus. Die kostenlose App enthält das Jubiläumsheft nebst eines Quiz' zur Geschichte des Supplements.

Alle Zeichen stehen auf Abschied: Karl Dietrich Seikel wird wohl zum Ende des Jahres sein Amt als Medienkoordinator des Hamburger Senats niederlegen. Er selbst mag sich dazu nicht äußern. Ein Senatssprecher sagt: "Es laufen Gespräche, es gibt aber noch kein Ergebnis." Allerdings scheint Bürgermeister Christoph Ahlhaus keine großen Hoffnungen zu haben, Seikel, der den Posten im Juli 2008 übernahm, zum Weitermachen bewegen zu können. Wie es in Rathauskreisen heißt, sucht er einen Nachfolger für den Job. Angeblich ist er bereits fündig geworden: Dem Vernehmen nach soll Andreas Fritzenkötter, bis Ende November 2009 Sprecher der Verlagsgruppe Bauer und davor lange Jahre Medienberater und Regierungssprecher des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, neuer Medienkoordinator werden. Warum der ehemalige "Spiegel" -Geschäftsführer Seikel, den Ole von Beust zum Medienkoordinator machte, nicht weitermachen will, ist unklar. Ein Zerwürfnis zwischen ihm und Ahlhaus soll es nicht gegeben haben.

In der Auseinandersetzung mit ihrer unbequemen Betriebsratsvorsitzenden Kersten Artus hat die Verlagsgruppe Bauer eine Entscheidung hinnehmen müssen, die sich schwerlich als Sieg verkaufen lässt. Das Zeitschriftenhaus will ihr kündigen, worüber übernächste Woche das Arbeitsgericht befinden wird. Zudem hatte es eine einstweilige Verfügung gegen den Artus-Satz "Ich möchte nicht wissen, was hier alles an Tabletten, auch an Aufputschmitteln, geschluckt wird" erwirkt. Diese Verfügung hat das Landgericht Hamburg nun aufgehoben. nachdem es beide Parteien zu einem Vergleich drängte: Artus wird den Satz, der in einem Gespräch mit dem Fachblatt "Journalist" fiel, nicht wiederholen. Die Verfahrenskosten trägt Bauer.

Vergangene Woche war hier zu lesen, das von Constantin Rothenburg gegründete Magazin "Qvest" sei eingestellt. Dies ist so nicht richtig: Zwar verkündete Rothenburg bereits 2004 die Einstellung des Titels. Inzwischen gibt es "Qvest" aber wieder. Das Magazin erscheint in der Kölner Kaune, Sudendorf publishing GmbH.