Weihnachten ist schwarz-gelb

Märchen geht jetzt auch anders. Musical ist Trumpf an diesem Wochenende für Kinder und Eltern

Das kleine Hoftheater. Karel Gott hat ihr ein musikalisches Denkmal gesetzt, und es gibt wohl kaum einen Abdreißiger, dem zu Biene Maja nicht gleich der Titelsong der Trickfilmserie im Kopf summt. Der inbrünstige Gesang der goldenen Stimme aus Prag ist unübertroffen; dennoch gibt es immer wieder musikalische Umsetzungen, die die Geschichten der Biene, ihres immer etwas tollpatschigen Freundes Willi und der listigen Spinne Kassandra erzählen. Auch die von Frank Pinkus, dessen Familien-Musical am Wochenende im Kleinen Hoftheater zu erleben ist.

Überhaupt wird es am Sonnabend und Sonntag musikalisch in der Hansestadt. In den Fliegenden Bauten begegnet Ritter Rost einem Gespenst und singt dabei kräftig; das Kellertheater hat "Frau Holle" ebenfalls als Musical auf dem Spielplan.

Gerade erst ist die vorwitzige Biene Maja geschlüpft und hat überhaupt keine Lust, sich dem Alltag im Bienenstock anzupassen. Lieber überredet sie ihren Freund Willi, bei der erstbesten Gelegenheit auszubüxen, um die Umgebung zu erkunden und den Sonnenschein zu genießen. Dabei treffen sie eben auf die allseits bekannten Gesellen wie Puck, die Fliege, den Grashüpfer Flip und Mistkäfer Kurt. Begleitet werden die Abenteuer der beiden summenden Freunde von Liedern von Georg Danzer, Ulla Meinecke, Inga Rumpf und Purple Schulz. Der Hamburger Frank Pinkus hat die Geschichte in eine Bühnenfassung und in ein freches, temporeiches Stück gebracht, das auch ohne Karel Gott viel Spaß machen wird.

Ritter Rost muss sich derweil mit einem obdachlosen Gespenst herumplagen. Das taucht nämlich plötzlich in der Eisernen Burg auf und veranstaltet mit dem Hausdrachen Koks eine Gespenster-Show. Da dürfen das Burgfräulein Bö, König Bleifuß der Verborgene und all die anderen Blechritter natürlich nicht fehlen. Gekrönt wird das Ganze mit einem riesigen Turnier und einer Überraschung für Ritter Rost.

Der Kinderbuchautor und Zeichner Jörg Hilbert hat sich vor Jahren die Geschichten rund um den rostigen Ritter erdacht und beglückt seitdem Jungen wie Mädchen mit den witzigen, abstrusen Abenteuern - insbesondere wenn er sich mit dem Komponisten Felix Janosa zusammentut und aus den Geschichten Hörspiele und Musicals kreiert. Am Wochenende sind die Abenteuer in den Fliegenden Bauten für Kinder ab vier Jahren zu erleben.

Weniger um Gespenster, sondern um die Geheimnisse unseres Lebens geht es im Kellertheater. Denn, so fragen sich Kinder gerade vor Weihnachten, warum schneit es nicht endlich? Der Grund in Nadine Helmis Musical-Fassung ist klar: Frau Holle hat einen Hexenschuss und kann die Federbetten nicht ausschütteln. Da braucht sie tatkräftige Unterstützung. Doch ob sie eine würdige Vertretung findet?

Um die Geheimnisse der Sternenwelt dreht es sich naturgemäß im Planetarium im Stadpark, mal mehr mal weniger wissenschaftlich, aber immer sehr unterhaltsam und lehrreich - insbesondere in der erfolgreichen Reihe "Sterne für Kinder".

Am Wochenende gibt es dort wieder einen Film zu sehen, der eigens als 360-Grad-Abenteuer für die Projektion in die Kuppel produziert wurde. In "Das Geheimnis der Papierrakete" (geeignet für kleine Zuschauer ab 5 Jahren) am Sonnabend geht es um zwei Kinder, die aus einem Karton eine Rakete basteln und sich damit zu einer Reise ins All aufmachen. Glücklicherweise haben sie ein Astronomiebuch im Gepäck, das sie sicher durch die unendlichen Weiten des Universums zu allen Planeten des Sonnensystems führt - und natürlich auch wieder zurück.