Schwedischer Death Metal, zu heiß für Facebook und Co.

Logo. Sex sells, das ist schon etwas länger bekannt. Und wie schön muss es da für die Werbeabteilung einer Metal-Plattenfirma sein, sich endlich einmal dieser Weisheit nach Herzenslust bedienen zu können, statt immer nur grimmig dreinblickende Langhaarige als "ultimative Härte" zu vermarkten.

Dass Karin Axelsson, Bassistin der Melodic-Death-Metal-Band Sonic Syndicate, sich auf ihrer MySpace-Seite als bisexuell outete, war ein schöner Anfang, aber kurz nach Veröffentlichung der aktuellen CD "We Rule The Night" ging's erst richtig rund und kamen die Pressemeldungen im gefühlten Minutentakt. Das Video zur Single "Turn It Up" sei so heiß, dass es auf zahlreichen Internetportalen sofort gelöscht wurde, so die Info. Facebook habe den Band-Account sogar komplett gesperrt. Tags drauf dann die Entwarnung: "Neues Video endlich wieder ungeschnitten online!" Betonung auf "ungeschnitten". Und nun hilft auch der Kölner "Express" und titelt "Skandal-Sex-Band rockt in Ehrenfeld" - illustriert mit dem Foto eines blonden Busenwunders, das zwar nix mit der Band zu tun hat, aber für entsprechende Schauwerte sorgt. Klar, dass die Plattenfirma der Schweden den Link sofort per Großverteiler rausschickte.

Dass dabei die Musik etwas untergeht: Verschmerzbar, denn "We Rule The Night" ist eine eher laue Angelegenheit, die auf die Mainstream-Charts schielt. Immerhin: Live räumt Sonic Syndicate meist mächtig ab - auch ohne nackte Haut zu zeigen.

Sonic Syndicate So 21.00, Logo (MetroBus 4/5), Grindelallee 5, Karten zu 16,50 im Vorverkauf; www.sonicsyndicate.com