Anarchische, doppelbödige Militärklamotte

Warum schaut man sich einen Film wieder und wieder an? Man kennt das Ende, man kennt jeden Gag, irgendwann kann man den Lieblingsfilm mitsprechen. "M*A*S*H*" von Robert Altman habe ich etwa 40mal gesehen. Weil das Lachen nicht aufhört über diese anarchische, total hedonistische Gruppe von Ärzten und Krankenschwestern, die im Korea-Krieg ein paar Kilometer hinter der Front Menschen wieder zusammenflicken. Die Gesichter der Verwundeten zeigt Altman nicht, nur sprudelndes Blut und offene Wunden. Ihm geht es nicht um ein heroisches Anti-Kriegs-Drama, sondern um eine Provokation, denn als "M*A*S*H*" 1969 in die Kinos kam, tobte der Vietnamkrieg.

Altmans Lazarett erinnerte mehr an ein Freizeit-Camp als an eine militärische Einrichtung. Doch der Zynismus dieser doppelbödigen Militärklamotte entsprach dem damaligen Zeitgeist und seiner Ablehnung des Krieges im Fernen Osten. Altman erhielt in Cannes die Goldene Palme für "M*A*S*H*" und ich lache noch heute über jeden Gag.

M*A*S*H* USA 1969, 116 Min., ab 16 J., auf DVD