Restauratoren dürfen weiterarbeiten

Denkmalpflegestellen werden nicht gekürzt, erklärte Kultursenator Reinhard Stuth

Hamburg. Der Ort war gut gewählt: Im westlichen Mittelschiff der sich gerade im Zustand einer kompletten Restaurierung befindlichen Katharinenkirche stand Kultursenator Reinhard Stuth gestern vor einem metertiefen Loch, in dem sich die Fundamente der Hauptkirche aus dem 13. Jahrhundert ganz gut erkennen lassen. Stuth lobte die Arbeit der Restauratoren, um die Anwesenden dann mit den folgenden Sätzen zu verblüffen: "Ich habe zu keinem Zeitpunkt daran gedacht, wie es vereinzelt in fehlerhaften Meldungen zu lesen war, die Denkmalpflegerstellen zu reduzieren. Ich meine, dass an dieser Stelle auf keinen Fall gespart werden darf. Deshalb schließe ich auch aus, dass sich bei den Restauratorenstellen etwas ändert."

Die "fehlerhaften Meldungen" stützten sich auf Informationen aus dem Umkreis der Kulturbehörde, wonach die Etatkürzung beim Denkmalschutzamt teilweise durch die Streichung von 30 Prozent der Restauratorenstellen erreicht werden sollten. Das rief auch die Landesgruppe Hamburg des Verbandes der Restauratoren auf den Plan, die gegen die drohende Kürzung protestiert hatte.

Angesichts der Verunsicherung, die auch in der evangelischen Kirche zu spüren war, die gemeinsam mit der Stadt in St. Jacobi eine Restaurierungswerkstatt betreibt, kam das Dementi reichlich spät. Dafür fiel es deutlich aus. Stuth wörtlich: "Auch die Restaurierungswerkstatt in St. Jacobi wird bleiben. Diese Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche wird von den Sparbeschlüssen nicht berührt."

Der Senator hatte noch weitere Neuigkeiten zu verkünden. Auf die Frage, wie es um die bisher nun ungeklärte Zukunft des Bildarchivs des Denkmalamtes stehe, sagte er, dass dieses Archiv mit den Archiven der Museen zu einem großen stadthistorischen Bildarchiv zusammengeführt werden soll, wahrscheinlich bei der Stiftung Historische Museen Hamburg.

Kirsten Baumann, designierter Alleinvorstand dieser Stiftung, reagierte positiv. Sie sagte dem Abendblatt: "Eine Zusammenführung der unterschiedlichen historischen Bildbestände der Stadt zu einem großen historischen Bildarchiv Hamburgs ist eine sehr interessante Option. Im Rahmen der konzeptuellen Überlegungen für die historischen Museen Hamburgs müssen wir prüfen, wie viel Personal und Budget hierfür nötig wären und welche Räumlichkeiten in unseren Häusern hergerichtet werden könnten."