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Krug: Kiezlokal zwischen Szene und Schwaben

Es gibt diese Läden, in denen sich der Gast gleichermaßen in Restaurant, Bar, Wohnzimmer und Küche zu befinden scheint. Der Krug in der Paul-Roosen-Straße auf St. Pauli ist so ein atmosphärischer Wunderort.

Warm leuchtet es aus dem Lokal unter Efeuranken auf die Kiezstraße. Vor den Panoramafenstern hocken Raucher und Frischluftsucher auf kleinen montierten Bänkchen und können das Treiben in der fast dörflich anmutenden Nachbarschaft beobachten. Im Innern bestimmt elegante Gemütlichkeit mit Retro-Charme das Bild. Düfte und Dämpfe aus der offenen Küche durchziehen das Ambiente. Die Tische stehen eng. Und selbst Paare beim ersten Date werden beherzt an einen nur halb besetzten Vierertisch gesetzt. Denn im Laufe des vergangenen Jahres hat sich der Krug zu einem entspannten Treff sogenannter Szenemenschen entwickelt, die jenseits der 30 noch gerne ausgehen, aber nicht zwingend Krawall und Remmidemmi brauchen. Dieses Publikum, es kommt nicht von ungefähr. Immerhin betrieb Besitzerin Terry Krug einst die angesagte Tanzhalle St. Pauli in der Silbersackstraße.

Die Speisen tendieren ins Schwäbische, sind raffiniert abgeschmeckt und liegen im besten Preis-Leistungsverhältnis. Ein gut bürgerliches Abendbrot ist für 8,50 Euro zu haben. Zu den Klassikern zählt zudem der Wurstsalat (klein: 4,50, groß: 8,50). Die Suppen, etwa eine leckere Steckrübencreme, starten bei circa fünf Euro. Die Hauptgerichte, zum Beispiel ein Schweinefilet in Rotwein pochiert auf Linsensalat, sind mit rund 13 bis 15 Euro angemessen vergütet. Und nicht umsonst hat der Krug den Untertitel "Weinstubezi". Die Auswahl ist gut aufgestellt und eignet sich auch zum Absackern ohne Essen.

Krug Mo bis Sa ab 18.00, Paul-Roosen-Str. 35 (S Reeperbahn), T. 0151/14 07 59 34; Infos unter www.krug-hamburg.de