Menschlich gesehen

Zeitungsretter

Er ist schon mal nachts aufgewacht und wusste nicht, wo das Bett stand, in dem er lag. Ein typischer Monat kann für Juan Señor , 42, so aussehen: Paris-Caracas-Hamburg-London-Shanghai-Skandinavien-Kenia-Polen. Fragt man ihn, wo er wohnt, sagt er "BarceLondon" - in seiner Geburtsstadt Barcelona und London, früher war es "NYLon", New York/London. Oder auf Sitz 2A in irgendeinem Flieger.

Juan Señor ist für seine Firma Innovation Mediaconsulting rund um den Erdball unterwegs, um todkranke Zeitungen zu retten und neue auf den Weg zu bringen - und diskutiert in Hamburg beim "World Editors Forum" im CCH mit. Eine Art Flying Doctor? "Manchmal müssen wir auch wiederbeleben." Und altes Denken zerstören, das Zeitungen immer noch als Nachrichtenüberbringer sieht. "Picasso in der Kunst und Ferran Adrià in der Küche haben das auch gemacht." Zeitungen haben Zukunft, sagt er, wenn sie den Lesern verraten, warum etwas passiert ist, was es für die Leser bedeutet und was als Nächstes kommt.

Señor ist einer, der für seine Ideen brennt. Der verändern möchte. Seine zehn Jahre alte Tochter hat das Downsyndrom - ihr Vater unternimmt Charity-Expeditionen zum Nordpol oder auf dem Orinoko, um Geld für Betroffene zu sammeln. Sie hat ihn auch auf eine neue Idee gebracht: einen vielfach auffaltbaren Telefon-Bildschirm, auf dem man kurze Nachrichten ebenso bequem lesen kann wie große Zeitungen. Den Prototyp hat er schon dabei.