Regisseurin stellt "Zwischen uns das Paradies" vor

Passage-Kino. Liebe und Religion - diese beiden Themen beschäftigen die bosnische Regisseurin Jasmila Zbanic in ihrem neuen Film. Sie erzählt die Geschichte von Luna (Zrinka Cvitesic) und Amar (Leon Lucev), die in Sarajevo ein unbeschwertes Leben führen, bis sich der liberale Muslim Amar einer fundamentalistischen Gruppe anschließt. Er verändert sich völlig und es ist fraglich, ob er und Luna überhaupt noch eine gemeinsame Zukunft haben.

Wie Religion zu einem Halt, aber auch zu einem Störfaktor im Leben werden kann, das zeigt "Zwischen uns das Paradies". Nach ihrem vor vier Jahren auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Spielfilmdebüt "Esmas Geheimnis Grbavica" spiegelt Zbanic erneut den Alltag in ihrer noch immer von den Kriegswunden gezeichneten Heimat. Zur Preview ihres Dramas kommt sie heute ins Passage, am Donnerstag startet der Film regulär in den Kinos.

Während der diesjährigen Berliner Filmfestspiele, auf denen ihr Film im Wettbewerb lief, sagte die Regisseurin: "Ich zeige, was ich in der Realität entdecke. Dabei will ich nicht verurteilen, aber jeden Einzelnen im Publikum dazu bringen, sich ein eigenes Urteil zu bilden." Was also hält man als aufgeklärte Westeuropäerin davon, wenn Amar Frauen bisher als gleichwertige Menschen geschätzt hat und nun nach den Dogmen seiner neuen Religion Luna als minderwertig behandelt?

Zwischen uns das Paradies: Mi 1.9., 20.00, Passage-Kino (U Mönckebergstraße), Mönckebergstraße 17, Karten 8,50, T. 46 86 68 60