Wenn figurative Skulpturen erzählen können

Neue Arbeiten des Bildhauers Zoyt in der Galerie Commeter. Sie erinnern an Giacometti

Galerie Commeter. In der Galerie Commeter verströmt das strenge Schwarz-Weiß-Interieur fast so viel Ästhetik wie die Kunstwerke selbst. Die renommierte Galerie mitten in der Innenstadt ist spezialisiert auf Werke des Expressionismus von Heckel, Kirchner, Nolde bis Schmidt-Rottluff. Unter den aktuellen Künstlern der Galerie sind auch Udo Lindenberg und Gregor Törzs zu finden.

Oder eben Zoyt. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der freischaffende Bildhauer Hans-Peter Conen. Seine Holzskulpturen erinnern teilweise an Giacometti oder sind der Tradition des frühen Aristide Maillol verpflichtet. Ab heute sind neue Werke von ihm in der Galerie zu sehen, die verblüffend autonom-figurative Geschichten erzählen. Manche sind nackt, andere stehen im Wind oder scheinen ein Zwiegespräch zu führen. Meist arbeitet Zoyt ohne Modell, sägt, klopft und schleift seine Figuren anatomisch korrekt, nicht ohne mit den Proportionen zu spielen und sie anschließend teilweise zu bemalen.

"So beharrlich wie ein Holzwurm reduziere ich das Material nach einem freien und doch fest gefügten Plan", sagt der Künstler. Er beginnt bei null, vertraut seiner Konzentration, und wenn die Kompromisse, die er eingehen muss, einen zu großen Widerstand bei ihm hervorrufen, legt er eine Arbeit eben eine Zeit lang beiseite.

Zoyt: Neue Arbeiten: 1.9. bis 2.10. (Eröffnung heute, 19.00), Galerie Commeter (U/S Jungfernstieg), Bergstraße 11, Di-Fr 11.00-18.00, Sa 11.00-16.00; www.commeter.de