Menschlich gesehen

Helden wie er

Mit seinem Bart und den dunklen Augen wirkt Mark Tavassol ein wenig wie ein weltentrückter Folksänger. Dabei lebt er sehr lebensbejahend im Hier und Jetzt. "Wie der Hund von Garfield freue ich mich immer auf das, was als Nächstes passiert", sagt der Bassist und Gitarrist der deutschen Popgruppe Wir sind Helden.

Der 36-Jährige ist so etwas wie der Hamburger Filialleiter der ansonsten in Berlin und Hannover lebenden Band. Als er hörte, dass er an diesem Freitag in seiner Wahlheimat beim Dockville-Festival auftreten soll, sei ihm "sofort das Herz aufgegangen". Denn nach der letzten Tour mit den Helden wollte er vor allem eins: "In Hamburg bleiben." Und ist dann doch gereist. Türkei, Thailand, USA. Und Madagaskar - mit der Trinkwasser-Initiative Viva Con Agua, für die er sich seit 2007 engagiert.

Auch wenn Tavassol "Freizeit, also Nicht-Helden-Arbeit" hat, widmet er sich der Musik. In seinem Studio in Eimsbüttel. "Das ist wie meine elektrische Eisenbahn." Ein Luxus. Immerhin arbeitete er bis 2004 zusätzlich im Krankenhaus Alten Eichen. Bis "das gar nicht mehr ging", Medizin und Musik.

Um Arzt zu werden, war der Bremer mit den iranischen Wurzeln 1994 in die Hansestadt gekommen. Ganz frei vom Ärztealltag ist er aber immer noch nicht. Freundin Anna arbeitet in einer Klinik. "Dann ist man doch an den Urlaubsplan eines Krankenhauses gebunden." Immerhin: in Hamburg.