Von Larissa gezeichnet

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Jörg Malke

Das wunderbar sinnliche Fleischlos-Kochbuch "La cucina verde"

Ja, ich gestehe: Ich bin ein Grünfutter-Muffel; Fleisch ist mein Gemüse, und mit der Zufuhr von gesundheitsstärkenden Vitaminen bin ich stets vorsichtig.

So war das. Bis Larissa kam. Ich hatte sie erst mal beiseite gelegt; jüngst fiel sie mir wieder in die Hände: sinnlich, animierend, farbenfroh. Und vollkommen jenseits jeder Fleischeslust.

Larissa, die auf den klangvollen Nachnamen Bertonasco hört, zeichnet und malt. Spinat, Kartoffeln, Kürbisse, Tomaten und lauter solche Sachen von A wie Artischocke bis Z wie Zwiebel. Sie hat einen wundervoll leichten Strich, spielt mit Farben und Formen, dass es die reine Freude ist.

Und richtig Appetit macht auf dieses ganze gesunde Zeugs, das sie in Italien, wo Larissas Ahnen her sind, immer essen. Gerade jetzt, wenn es auch hier so heiß wird, dass selbst ich meine Zweifel habe, ob der deftige Rinderbraten wirklich die optimale Nahrung ist.

Zu Larissas schönen Bildern hat Carlo Bernasconi nutzwertige Worte aufgeschrieben. Rezepte aus seinem Erfahrungsschatz als Koch und Restaurantbesitzer in Zürich. Und solche seiner Nonna, seiner italienischen Großmutter, die ehedem ebenfalls ein Restaurant am Zürichsee führte. Das Ganze ist dann ein schönes Buch geworden; "La cucina verde" heißt es, also "Die grüne Küche".

Darin steht so ziemlich alles über das, was zwischen Bozen und Palermo wächst und wie es besonders geschmackvoll zubereitet werden kann. Eben "Die schönsten italienischen Gemüserezepte", wie es auch im Untertitel steht.

Schön einfach hat Bernasconi seine Texte gehalten, sodass alles ganz leicht nachzukochen ist. Und er schreibt zu jedem Gemüse die Grundlagen auf, erklärt, worauf man beim Einkauf achten muss. Welche Kräuter am besten geeignet sind und warum es nicht lohnt, schlechtes Olivenöl und minderwertigen Aceto Balsamico zu verwenden.

Ich hab dann mal Fenchelsalat mit Äpfeln und Honig ausprobiert, Erbsenpüree mit Pfefferminze und Lasagne mit Spargel und geräuchertem Scamorza, einem festeren Frischkkäse. Hat klasse geschmeckt. So gut, dass ich bis zum Herbst kein Fleisch essen werde.

Na ja, vielleicht etwas weniger Fleisch.

Carlo Bernasconi, Larissa Bertonasco: "La cucina verde. Die schönsten italienischen Gemüserezepte" 188 Seiten, gebunden, Verlagshaus Jacoby & Stuart, zu 19,95 im Handel; Infos im Internet: www.jacobystuart.de