Rechtsextremistische Szenarien dicht an der Wirklichkeit

Polittbüro. Wenn Thomas Ebermann ein Programm für seine Vers- und Kaderschmiede zusammenstellt, wartet er immer mit erstklassigen Schauspielern auf, die vielen Zuschauern vor allem aus Film und Fernsehen bekannt sind. Für seine neue szenische Lesung mit dem Titel "Notwehr" konnte er Denis Moschitto gewinnen, einen der Jungstars des deutschen Films. Moschitto hat unter anderem in "Chico", "Kebab Connection", "Almanya" und "Rubbeldiekatz" mitgespielt. In diesen Kinofilmen durfte er meistens nette Jungs spielen, in "Notwehr", nach dem Roman von Jakob Arjouni, gehört er zu den Bösen. Denn Rick sitzt in Untersuchungshaft. Er hat sich mit Neonazis eingelassen und ist in einen Anschlag auf einen jüdischen Kindergarten verwickelt. Rick will Verantwortung für seine Taten übernehmen und schreibt Briefe an den Polizeipsychologen. Briefe, in denen er seine Geschichte und seine Verstrickung erzählt.

"Notwehr" basiert auf Arjounis Roman "Cherryman jagt Mr. White", in dem der Frankfurter Schriftsteller rechtsextremistische Szenarien durchspielt, die sehr dicht an der Wirklichkeit liegen. Ebermann hat den Roman mit Arjounis Zustimmung als szenische Lesung bearbeitet und lässt ihn mit fünf Schauspielern drei Tage lang im Polittbüro aufführen. Außer Moschitto sind Hilke Rusch, Matthias Scheuring, Tillbert Strahl-Schäfer und Fahri Yardim dabei. Auch Yardim ist einem breiten Kinopublikum bekannt, er spielte in "Almanya" eine Hauptrolle.

"Notwehr" Do 26.4.-Sa 28.4., jeweils 20.00, Polittbüro (U/S Hauptbahnhof); Steindamm 45, Karten 15,-/10,-; Internet: www.polittbuero.de

( (oeh) )