Imitator

Der King lebt: Ein Hamburger wird Elvis

Für den Hamburger Shezad ist der Rock 'n' Roller Alltag. Als Imitator trat er zuletzt am Sonnabend bei der "77th Birthday Party" für den King auf.

Das ist ja das Schöne: Ich kann als Elvis auch noch mit 70 auftreten", sagt Shezad, 36. "Mit der Brille und der Perücke ist es egal, wie alt man ist. Es kommt auf die Musik und den Spirit an. Und der Spirit ist zeitlos." Er bringt 20- und 80-Jährige in Stimmung, wenn er als "Shelvis" auf die Bühne stürmt - perfekt in Weiß - und mit "Bossa Nova Baby" startet.

"Von der Wiege bis zur Bahre, Shelvis rockt alles", sagt er und grinst. Shelvis wegen Shezad, Nachname Eikmeier, die Kombination merkt sich jeder. Der Vater Deutscher, die Mutter aus Pakistan. Shezad wurde 1975 in der Finkenau in Barmbek geboren und wuchs in Iserbrook auf. Für Elvis hat er schon als siebenjähriger Steppke geschwärmt. Und fand diesen Bariton mit dem Schmelz so toll, dass er bei der eigenen Abi-Feier zum ersten Mal als Elvis auftrat. Seit 2003 singt er als hauptberuflicher Elvis-Imitator auf Geburtstagen, Hochzeits- und Firmenfeiern, mal beim US-Car-Treffen, mal bei der Tattoo Convention. Und die Verwandlung von Shezad in Elvis ist jedes Mal verblüffend.

Für das Styling ist seine Schwester Jasmin zuständig. Eine halbe Stunde dauert es, bis das Make-up, die Perücke und die Kunstkoteletten sitzen; der weiße Showanzug, "maßgefertigt" wie der Gürtel und die Ringe. So ein Outfit kostet 5000 Euro. "Aber dafür zahlen die Leute ja, dass es echt aussieht."

Nur das Gesicht wirkt immer noch ein bisschen "indisch", findet er. Das ist nun mal so. Dies ist eben ein muslimischer Elvis, der schon in Graceland war und ebenso seine Pilgerreise nach Mekka gemacht hat. Gibt's da kein Problem mit der Rolle des Rock 'n' Rollers, der an Alkohol und Drogen starb? "Elvis ist eine internationale Figur", sagt Shezad. Und darin liegt im Guten wie im Tragischen eine große Wahrheit.

Beim Interview in der Hollywood Canteen an der Gärtnerstraße läuft ein Elvis-Film, welcher noch gleich? ",King Creole', 1958", sagt Shezad wie aus der Pistole geschossen, ein lebendes Elvis-Lexikon. Seine Berufswahl war "ein Selbstexperiment", sagt er. Aber es sei auch eine "Berufung", wenn man das Glück einer Elvis-ähnlichen Stimme hat. Und Talent zum Schäkern, hey Baby. Gibt's denn Groupies? "Äh, nein", sagt er, "dazu bin ich zu brav. Aber wenn bei meiner Show die Schlüpfer fliegen, hab ich nichts dagegen."

Die Foto-Reportage wird ein regelmäßiger Bestandteil der Thema-Seite. Künftig erscheint an jedem zweiten Montag eine Reportage in Bildern.