Hurricane-Bakckstage

Ohne Roadies und Stagehands geht gar nichts

Foto: picture alliance / Photoshot

Stagehands sind die Oompa Loompas - die kleinen Helferlein aus "Charlie und die Schokoladenfabrik" - des Rock 'n' Rolls. Unterschätzt, aber unverzichtbar.

Scheeßel. Wenn am kommenden Freitag das Hurricane-Festival auf dem Eichenring in Scheeßel beginnt, wird es schwer, den Überblick zu behalten. Gut 80 Bands haben die Veranstalter dieses Jahr auf das Plakat gequetscht, und sowohl an der Spitze als auch im Kleingedruckten tummeln sich vielversprechende Bandnamen: The Strokes, Mando Diao, Beatsteaks, Vampire Weekend, Billy Talent, Jack Johnson, La Roux, Skunk Anansie, Element Of Crime, Florence & The Machine, Good Shoes, Frittenbude, Marina & The Diamonds ... Kein Wunder, dass angesichts dieses Aufgebots eine weitere, vierte Bühne aufgebaut wird.

Schwerstarbeit wartet also auf die Menschen, die das Hurricane-Festival erst möglich machen: "Steelhands", "Grounder", "Backliner" und "Rigger". Sie bauen als vor Ort angeworbene Hilfskräfte ("Stagehands") oder als von den Bands mitgebrachte Spezialisten ("Roadies") die Bühnen auf, schrauben Lichttraversen zusammen, sortieren den Kabelsalat oder be- und entladen die Trucks. Und das alles bitte schön zack, zack, am besten im mörderischen Tempo der alten Motörhead-Hymne "We Are The Road Crew".

Vor allem zwischen den Auftritten gilt es, in den Umbaupausen schnell Hand anzulegen, damit der eng gesteckte Programmablauf nicht verzögert wird. Und während der Konzerte wechseln die Künstler ihre Instrumente, reißen Saiten und Trommelfelle, versagen die Funkverbindungen zu den Verstärkern. Es gibt viel zu tun.

Nicht zu vergessen die Sonderwünsche: Der Headliner wünscht statt edlem Carpaccio aus dem Cateringzelt lieber pappige Burger aus dem fernen Rotenburg? Der altgediente Rocker möchte spontan kiloweise Spielgeld in die tobende Menge pusten? Das alles hat es schon auf dem Hurricane gegeben, wahrscheinlich sogar den Wunsch nach alphabetisch sortierten "m&m's", komplett pink gefärbten "Rubik's"-Zauberwürfeln oder Nägeln aus dem Kreuze Christi. Und so muss manche helfende Bühnenhand auch schon mal Berge von Spielgeld-Vordrucken zerschnippeln oder einen gerissenen Reißverschluss mit Sicherheitsnadeln flicken. Überraschungen gibt es immer.

Ja, Stagehands und Roadies haben es nicht leicht. Sie sind die Oompa Loompas - die kleinen Helferlein aus "Charlie und die Schokoladenfabrik" - des Rock 'n' Rolls. Unterschätzt, aber unverzichtbar. Wer sich als Roadie bewähren will, der braucht Leidenschaft, Ausdauer, kräftige Hände, ein Verständnis für Musik, Technik und Handwerk - er oder sie muss den Rock 'n' Roll förmlich atmen. Dafür sehen sie die Konzerte des Hurricanes hautnah auf der Bühne, erleben das faszinierende Gewusel backstage und können sich sicher sein: Wir haben es möglich gemacht.