Das Debütalbum "Mirror Mirror"

Pop mit Pathos beim Debüt der Irrepressibles

Foto: Cooperative Music

The Irrepressibles verbinden Pop, Klassik und Kunst. Die neue Platte wird jene begeistern, die Antony and The Johnsons oder Kate Bush lieben.

Lange galten The Irrepressibles als eines der vielen Pop-Geheimnisse Londons. Alle sprachen über die Band, kaum jemand hatte sie je live zu Gesicht bekommen.

Nur höchst selten warfen Sänger Jamie McDermott und seine zehn Musiker sich in ihre barock anmutenden Fantasiekostüme, und wenn sie auftraten, musste der Ort schon besonders sein. Wie das Victoria & Albert Museum, das größte Kunstgewerbe-Museum der Welt, oder die Queen Elizabeth Hall am Themse-Ufer. Denn The Irrepressibles sind nicht nur ein Pop-Ensemble, sie verbinden Pop, Klassik und bildende Kunst. Die Bühne wird zur Installation, für ihr aktuelles Projekt "Mirror Mirror" sitzen sie inmitten eines Spiegelkabinetts. Im Mai geht die Band auf Deutschland-Tour, um einen Hamburger Auftritt bemüht sich derzeit das Reeperbahn-Festival.

Die Musik aber wirkt auch ohne die visuelle Komponente. Das Debütalbum "Mirror Mirror" wird all jene in den Bann ziehen, die Antony and The Johnsons oder Kate Bush lieben. Die Musik ist orchestral angelegt, McDermott singt darüber mit seinem Countertenor. Die Songs triefen von Pathos, aber das ist der Stil, in dem McDermott seine dunkle Welt ausbreiten möchte. "Meine Songs entspringen meinem Unterbewusstsein", sagt er. "Ich bin ein schüchterner Mann. Diese Musik ist für mich wie eine Katharsis und eine Therapie. Ich kann dieses Leid aus mir herausholen und in etwas Schönes verwandeln."

Cembalo und Cello, Violinen und Vibrafon, Flöten und Fagott erzeugen die Klanglandschaften, die McDermott auf seinem Falsett durchschreitet. Manchmal auf leisen Sohlen wie in "I'll Maybe Let You", dann wieder verzweifelt-aufheulend wie im "Knife Song" oder wellenförmig auf- und abschwellend wie in "The Tide". "Mirror Mirror" ist voller Theatralik und großer Dramatik. "Take my hand! Take my whole life too!", deklamiert McDermott in "Splish! Splash! Sploo!" und transferiert diese Zeilen aus Elvis Presleys "Can't Help Falling In Love" in seine Pop-Opernwelt. Seine Schüchternheit lebt Jamie McDermott hinter seiner Bühnen-Exzentrik aus. Mit ihm ist ein neuer Paradiesvogel in der schillernden Welt des Pop aufgetaucht.

The Irrepressibles: "Mirror Mirror", erschienen bei Cooperative Music