Norman Kolodziej und Kevin Hamann

Zwei Feierschweine mit speckigen Lesebrillen

Foto: Audiolith

Mit ihrem starken Album "Korrektur nach unten" macht das Elektro-Punk-Duo Bratze zurzeit die Dorfdiskos der Republik unsicher.

Kürzlich habt ihr im Hafenklang euer neues Album live vorgestellt. Die Hütte war voll - wie waren die Reaktionen der Besucher?

Hilfe, der Hut brennt. Wir waren total überrascht und umgehauen von den Reaktionen! Echt Wahnsinn!

Was ist die Philosophie von Bratze, verdichtet auf einen Satz?

Feierschwein mit speckiger Lesebrille und Papagei als Hut - Stichwort: Flamingokampf.

Wie viel Punk steckt in Bratze, wie viel Bildungsbürgertum?

Wir kommen aus dem Hardcore-Punk, damit sind wir groß geworden. Trotzdem haben wir auch Abitur und studiert oder einen Beruf erlernt. Sind wir deshalb keine Punks?

Während der Leser diese Zeilen liest, seid ihr auf "Dorfdisko Geiselfahrt" mit Egotronic und Frittenbude. Was verbindet Bratze mit diesen beiden Bands?

Na, ja, wir sind auf dem gleichen Label Audiolith und haben alle denselben Impuls, warum wir das machen, was wir machen.

Ihr tretet in Oelde, Döbeln und weiteren - ähem - Rockcitys auf. Was waren bis dahin eure skurrilsten Auftrittsorte, sei es mit Bratze, Clickclickdecker oder Der Tante Renate?

In Zürich vor einer Fleischtheke. Winzerfest Bingen. Friedenskirche Dachau vor dem Altar und über uns drei mal fünf Meter Jesus.

Und wo war eurer denkwürdigster Auftritt bisher?

Alle anderen und die auch.

Was passt euch an Hamburg?

Der St.-Pauli-Pullover und alles andere auch. Hamburg ist ein Dorf, das ist gut.

Was passt euch überhaupt nicht?

Die zu hohen Mieten. Das Verdrängen der Menschen für neue Sonnenbrillengeschäfte und Cocktailschlürfer. Das Aushängeschild Hamburgs als Kulturstadt.

Darf man mit neuem Material von Clickclickdecker und der Tante Renate rechnen?

Müssen wir noch aus- und auch rausrechnen! Vielen Dank der Nachfrage. Aber wir konzentrieren uns jetzt erst mal auf Bratze!