Gemeinsame Holding

Axel Springer und Ringier ziehen in Osteuropa an einem Strang

Hamburg. Das Schweizer Verlagshaus Ringier und die Axel Springer AG, in der auch das Abendblatt erscheint, bündeln ihre Osteuropa-Aktivitäten in einer gemeinsamen Holding. Beide Unternehmen werden an dem Joint Venture mit Sitz in Zürich jeweils 50 Prozent der Anteile halten.

Bisher geben die zwei Verlage in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Serbien zusammen 34 Zeitungen und 73 Zeitschriften heraus. Allein die Boulevardzeitungen kommen auf eine Gesamtauflage von 1,4 Millionen Exemplaren und eine Reichweite von knapp zehn Millionen Lesern. Zum Portfolio gehören auch mehr als 70 Online-Angebote und sechs Druckereien. Zusammengerechnet haben Springer und Ringier in Osteuropa 4800 Mitarbeiter, einen Umsatz von 414 Millionen Euro und kommen auf ein Betriebsergebnis von 62 Millionen Euro. Ein Börsengang des neuen Gemeinschaftsunternehmens, der Geld für weiteres Wachstum in die Kassen spülen soll, ist in drei bis fünf Jahren geplant.

Durch den Zusammenschluss, dem noch die zuständigen Kartell- und Medienbehörden zustimmen müssen, entsteht nach Ansicht von Springers Vorstandsvorsitzendem Mathias Döpfner eine sehr attraktive Vermarktungsplattform für Werbekunden.

Viel verspricht sich Döpfner auch vom Digitalgeschäft in Osteuropa, das in drei Stufen ausgebaut werden soll. In einem ersten Schritt ist die Transformation der Print- in Digitalmarken geplant. Dann sollen Online-Portale wie Stepstone, Immonet (Springer) oder Scout (Ringier) nach Osteuropa exportiert werden. Schließlich ist auch die Akquisition neuer Online-Portale vorgesehen.

Zum neuen Unternehmen steuert Springer eine Bareinlage von 50 Millionen Euro bei. Zudem leisten die Deutschen eine Ausgleichszahlung von rund 125 Millionen Euro an Ringier. Damit werde die stärkere Position der Schweizer in Osteuropa ausgeglichen, sagte Döpfner.

Dafür wird die neue Holding voll in der Bilanz von Springer konsolidiert. Damit erhöht sich der Auslandsanteil am Gesamtumsatz von 21 auf 27 Prozent.

Eine weitergehende Zusammenarbeit zwischen Ringier und Springer ist nicht geplant.