Konzert: Schwedische Folksängerin im Knust

Sophie Zelmani - leise, aber gewaltig

Foto: Konzertagentur Karsten Jahnke / Jahnke

Sophie Zelmani beherrscht den melancholischen Sehnsuchtssong perfekt. Heute tritt sie in Hamburg auf.

Hamburg. Manche Sängerinnen schleichen auf leisen Sohlen ins Rampenlicht. Und bleiben unwillkürlich haften. Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani wirkt in einem Metier, das sich gerne in Oberflächen verliebt, seltsam fehl am Platz. Und doch hat sie sich mit ihrer beharrlichen Art eine Fangemeinde erspielt. Zelmani ist eine Magierin am Piano.

Für ihre Songs aus dem Schattenreich braucht sie abgedunkelte Räume. Bei ihren Konzerten brennen meist nur ein paar Kerzen. Die perfekte Atmosphäre, um sich von ihren Sehnsuchtsmelodien und nachtblauen Tongespinsten in ferne Welten wegtragen zu lassen. Heute wird sie das Knust mit ihrer Band in eine dunkelmunkelige Stimmung versetzen. Und ihren seelenvollen Folk mit viel Watte in der Stimme präsentieren.

Auch auf ihrem neunten Album, "I'm The Rain", sagen sich Elche und Feen in der Abgeschiedenheit Skandinaviens gute Nacht. Dort, wo Zelmani auf einem dünn besiedelten Eiland vor Schweden an ihren Songs bastelt. Ab und zu schaut Starfotograf Anton Corbijn - ein Fan der ersten Stunde - vorbei, um ihre Natürlichkeit in grobkörnige Schwarz-Weiß-Bilder einzufangen. Für die neuen, wie immer sparsam mit Konzertgitarre, Piano und weichem Bass instrumentierten Songs standen erneut Leonard Cohen und Bob Dylan Pate. Und natürlich versetzen sie wieder aufs Schönste ins Schweben und Träumen.

Sophie Zelmani heute, 21.00, Knust (U Feldstraße), Neuer Kamp 30, Karten 26,65; www.sophie-zelmani.com