Trickfilm: "#9"

Gewitzte Puppen

Foto: Universal

Tim Burton produzierte das Untergangsmärchen "#9". Die visuell beeindruckende Geschichte ist allerdings nicht für kleine Kinobesucher geeignet

Einst hat der Mensch die Maschine erfunden, doch dann verlor er die Herrschaft über sie. Denn die Maschinen haben sich zu einer großen Einheit zusammengeschlossen, mit einem Ziel: die menschliche Existenz zu vernichten.

Seit "Metropolis" ist der Kampf Mensch gegen Maschine ein bewährtes Kinothema, das in den vergangenen Jahren mit Filmspektakeln wie "Terminator" und "Transformers" tricktechnisch mehr und mehr perfektioniert wurde. Dass daraus immer noch etwas herauszuholen ist, beweist nun ein computeranimierter Trickfilm mit dem schlichten Titel "#9".

Neun winzige Puppen, die ein Wissenschaftler kurz vor der Apokalypse noch zum Leben erweckt hat, stellen sich hier den Maschinen in den Weg. Sie sind als einzige Wesen mit menschlichen Zügen übrig geblieben und haben dabei so viel Charme, Witz und Gefühl, dass so mancher Jungstar aus Hollywood dagegen blass aussieht.

"#9" ist eben kein dumpfes Schlachtgetümmel, wo es nur darum geht, wie Gebäude spektakulär zusammenbrechen und Landstriche verwüstet werden können. Die Story ist weitaus intelligenter und tiefsinniger, was nicht zuletzt Produzent Tim Burton zu verdanken ist, der vor mehr als zehn Jahren den gleichnamigen Kurzfilm von Shane Acker sah und den jungen Filmemacher ermutigte, daraus einen richtigen Kinofilm zu machen. Immerhin bekam Acker für seine Kurzversion sogar eine Oscar-Nominierung, sodass die Finanzierung eines Langfilms möglich wurde.

Herausgekommen ist ein visuell beeindruckender Trickfilm mit düsteren Bildern und gewitzten Sackpuppen, der eine manchmal bedrückende, manchmal aber auch heitere Stimmung herbeizaubert. Für kleine Kinobesucher ist dieses Untergangsmärchen natürlich nicht geeignet. Ein Beweis mehr, dass Trickfilme nicht immer nur Kinderkram sein müssen, sondern durchaus ein erwachsenes Publikum ansprechen können. Probleme bereitete das nur dem Filmverleih, der so gar nicht wusste, wie man "#9" vermarkten soll, weshalb der Film jetzt eher heimlich, still und leise in die deutschen Kinos kommt.

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#9 USA 2009, 79 Minuten, ab 12 Jahren, R: Shane Acker, täglich im UCI Othmarschen Park; www.9-film.de