Bühne

Meerblaue Abenteuer-Satire auf dem Schiff

Hamburg. Frauen wollen Helden. Weil sie ihren Mann für einen "Vollidioten auf Probezeit" hält, buchte Saskia Pötschel-Knies einen Piratenabenteuerurlaub - und erlebt ihr meerblaues Wunder. Im dottergelben Schlauchboot eiert das streitende Ehepaar hilflos auf hoher See. Die beste Gelegenheit, miteinander und mit der falschen Romantik von Liebe, Ehe und Freibeutertum abzurechnen. Bei der kabarettistischen Kabbelei "Fluchend in der Karibik" sitzt das Publikum auf dem "Schiff" gemütlich beim Bier im Trockenen. Und hat seine helle Freude an den frechen Liedern und komischen Sketchen.

Die grenzenlose Freiheit auf dem Meer und der kleinkarierte deutsche Ordnungssinn im eingezäunten Schrebergarten prallen heftig und ulkig aufeinander. Regisseur Michael Frowin gelingt in der maritimen Satire ein unterhaltsamer Rundumschlag über Piraterie in allen Variationen mit Seitenhieben auf die aktuelle Krisensituation. Saskia Kästner steht ihren Mann im Seeräuberkostüm. Und Frank Roder im Spießeranzug beweist nicht nur in den Kreisler-Liedern: Auch ein "Weichei" hat zynischen Biss.

In Solonummern kann das streitlustige Paar auch alleine Musikalität und Witz ausspielen. Der "Leichtmatrose" Dirk Rave begleitet beide auf dem Schifferklavier, spielt und singt aber auch mit bei den Songs von Schwarzer Grütze, Reinhard Mey oder Tina Turners fetzigem Rock-Knaller "I Need A Hero".

Fluchend in die Karibik 3.- 5.3., 20 Uhr, Das Schiff, Karten unter T. 69 65 05 60 und www.theaterschiff.de