Medien-Macher

"Focus" bekommt ein Medizin-Ressort

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Kai-Hinrich Renner

Ende September scheidet die Direktorin des NDR -Landesfunkhauses Hamburg, Maria von Welser, aus dem Amt. Der NDR sucht Nachfolgerin.

Ende September scheidet die Direktorin des NDR -Landesfunkhauses Hamburg, Maria von Welser , aus dem Amt. Derzeit wird im Sender nach einer Nachfolgerin gefahndet. Gute Chancen werden Hörfunk-Chefredakteurin Claudia Spiewak und der Leiterin des Programmbereichs Kultur und Dokumentation, Patricia Schlesinger , eingeräumt. Auch der Name der ARD-Washington-Korrespondentin Hanni Hüsch fällt hier und da. Dass sie neue Landesfunkhausdirektorin wird, gilt in Senderkreisen aber als unwahrscheinlich.

Der Personalabbau des Zeitungshauses M. Dumont Schauberg (MDS) nimmt Formen an. In Hamburg (" Hamburger Morgenpost ") und Berlin ("Berliner Zeitung", "Berliner Kurier") haben etwa 70 Mitarbeiter Aufhebungsverträge unterschrieben. Ob das reicht? Der Verlag wollte an diesen Standorten ursprünglich 100 Arbeitsplätze abbauen. Andere Pläne existieren offenbar für die " Frankfurter Rundschau ". Es gibt Überlegungen, Redaktion und Druckerei, die bisher beide zur MDS-Tochter Druck- und Verlagshaus Frankfurt gehören, in zwei voneinander unabhängige Gesellschaften auszugliedern.

Am Montag erscheint die erste Ausgabe des komplett überarbeiteten " Focus ". Durchgesickert ist bereits, dass es im Münchner Nachrichtenmagazin künftig großzügigere Optiken und längere Texte geben soll. "Focus" bekommt aber auch ein völlig neues Ressort. Das geht aus Unterlagen für Anzeigenkunden hervor: Demnach steht künftig zwischen "Forschung & Technik" und der "Reportage" das neue "Medizin"-Ressort - "eine Kernkompetenz" von "Focus", wie es in den Unterlagen heißt.

Daneben gibt es noch drei neue "wandernde Rubriken", die theoretisch in jedem Ressort stehen können. Eine trägt den gewöhnungsbedürftigen Titel "Dechiffriert". Hier werden Statements von Experten und Politikern auseinandergenommen. In "Gute Frage" fragt sich "Focus" "Existiert die Null?" und "Werden wir Aids jemals heilen können?". Und in der Rubrik "Selbstversuch" unterziehen sich Reporter des Blattes einem solchen, etwa indem sie einen Crashkursus im Modekampfsport Krav Maga belegen.

Keinen Zweifel lassen die Unterlagen daran, wem der "Focus"-Relaunch zu danken ist: An der Spitze eines Organigramms steht Helmut Markworts Name und daneben: "Initialzündung zur Initiative Z". So wird das Projekt "Focus"-intern genannt. Der Name Wolfram Weimer , designierter Nachfolger des Chefredakteurs, der sich so schwer mit dem Abschiednehmen tut, fällt übrigens an keiner Stelle.

Für die 25 Mitarbeiter von Michael Vagedes gibt es wieder Hoffnung. Angelika Vagedes und Christine Schmid, die bisher der Geschäftsleitung der Hamburger Eventagentur angehörten, haben in Eppendorf die Agentur Vagedes & Schmid gegründet. Wie berichtet, hatte die Werbegruppe Grey Michael Vagedes zum 31. Dezember geschlossen. Der Agenturgründer, der ihr seinen Namen gab, konnte sie nicht weiterführen, weil ihn Grey mit einem Wettbewerbsverbot belegte. Angelika Vagedes ist seine Frau.

Hamburg ist um einen großen Journalisten ärmer. Vergangene Woche zog Wilm Herlyn , der 19 Jahre Chefredakteur der Deutschen Presseagentur (dpa) war, nach Essen. Dort soll die Familie seiner Frau leben. Erst am 13. Januar hatte Herlyn sein Amt an Wolfgang Büchner übergeben. Zu seiner Verabschiedung war neben zahlreichen Mediengrößen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erschienen. Auch die dpa-Redaktion verlässt Hamburg. Sie zieht im Sommer nach Berlin.

Kai-Hinrich.Renner@abendblatt.de