Komödie mit Wolke Hegenbarth und Stephan Luca

Im Brautkleid durch Afrika

Der gleichnamige Film verbindet Abenteuer, Romanze und Comedy. Das Ergebnis ist beste TV-Unterhaltung.

Komödie: Im Brautkleid durch Afrika 20.15 Uhr Sat.1

Im Grunde funktioniert die Geschichte dieses höchst unterhaltsamen Abenteuerfilms nach einem ganz einfachen Rezept: Wann immer die Figuren eine brenzlige Situation überstanden haben, werden sie postwendend mit der nächsten Herausforderung konfrontiert. Und wenn sie der Überzeugung sind, schlimmer könne es eigentlich nicht mehr werden, kommt es unter Garantie knüppeldick.

Die Dramaturgie wiederum gehorcht dem klassischen Abc-Muster. Der Held steht für A wie Abenteuer, die Heldin für C wie Comedy; und beide zusammen ergeben die Romanze, sprich: B wie Beziehung. Zum Glück ist der Film alles andere als schlicht gestrickt (Buch: Boris von Sychowski), weil sich die Handlung meistens ganz anders entwickelt, als zumindest die Hauptfiguren ahnen.

Außerdem passen Wolke Hegenbarth und Stephan Luca als Paar prima zusammen: Sie spielt Schmuckdesignerin Lisa, die ihren Freund Max (Dirk Martens) Minuten vor der Hochzeit in Afrika mit einer anderen erwischt. Kurzerhand steigt sie in den nächsten Bus, der allerdings mitnichten zum Flughafen, sondern mitten in den Busch fährt. Unterwegs steigt auf freier Strecke ein Mann zu, den Lisa eigentlich für immer aus ihrem Leben gestrichen glaubte: Vor fünf Jahren hatte sie nämlich auch Vic (Stephan Luca) vorm Traualtar stehen gelassen, weil er die gemeinsame Existenz kurzerhand - und ohne seine künftige Gattin auch nur zu fragen - nach Afrika verlegen wollte.

Dort lebt er nun, allerdings keineswegs als Kurier für den skrupellosen Minenbesitzer Taonga, wie Lisa zunächst glaubt, sondern als Lehrer für Waisenkinder. Die Kurierdienste übernimmt Vic nur, weil der Ganove ihn mit Medikamenten für die Kinder bezahlt. Doch Vic hat ein Problem: Taonga hat ihm einen Koffer mit einem faustgroßen Edelstein anvertraut, dem legendären "Nebel von Namanga". Bei einem Raubüberfall aber hat Vic in höchster Gefahr eben diesen mit Handschellen an seinem Handgelenk befestigten Koffer gelöst und aus dem Auto geworfen. Nun ist er auf der Flucht, und weil er Lisa nach einer Reifenpanne des Busses allein zurücklassen will, kettet sie sich kurzerhand an ihn - Auftakt zu einem Abenteuer, in dessen Verlauf das Pärchen nicht nur von einem Schlamassel in den nächsten gerät, sondern dank Lisas Sturheit ("Dein Problem ist ...") auch in höchster Gefahr noch über seine einstige Beziehung diskutiert.

Hegenbarth und Luca agieren mit viel Spielfreude, Regisseur Sebastian Vigg findet genau die richtige Mischung zwischen Spannung und Heiterkeit. Das personifiziert sich vor allem in der Gestalt von Max, der ebenfalls zu den Verfolgern gehört: Ihm sollte Vic den Stein bringen. Dirk Martens versieht den ständig vor sich hin fluchenden Diamantenhändler, der unablässig vom Regen in die Traufe gerät, mit wunderbar ausgewogener Tragikomik.

Über das unlogische Sprachengemisch der Afrikaner muss man allerdings hinweghören: Die einen radebrechen auf Englisch, die anderen sprechen einen einheimischen Dialekt, aber ausgerechnet die Kinder können fließend Deutsch.

Umso schöner ist das von Vigg wie ein Western inszenierte Finale, in dem die verschiedenen Parteien, allesamt waffenstarrend zum Showdown aufeinandertreffen.