Weltmusik: Rupa & The April Fishes

Die Welt ist auch nur ein Dorf

Foto: Judith Burrows / Judith Burrows/MLK

Von Chanson bis Gypsy Jazz, von Balkan-Beats bis TexMex: Am 27. Januar sind Rupa & The April Fishes in der Fabrik zu erleben.

Die Welt als globales Dorf, in dem kulturelle Unterschiede jedoch nicht nivelliert sondern nach Herzenslust ausgelebt werden dürfen: Dieser schönen Vision fühlt sich die US-Inderin Rupa Marya verpflichtet, die nach einem gefeierten Hamburg-Debüt im vergangenen Jahr mit ihrer Band The April Fishes nun wieder in die Fabrik kommt.

In den Vereinigten Staaten geboren, wuchs Rupa zunächst in Nordindien auf und zog später mit den Eltern nach Südfrankreich. Kein Wunder, dass sie heimatliche Gefühle für mehr als nur einen Ort hegt und Grenzen als das erkennt, was sie sind: willkürlich. Eine Erkenntnis, die auch für die Musik gilt - zumal die Plattensammlung ihrer Eltern von indischer Klassik über Chopin-Sonaten bis zu den Scheiben von Johnny Cash und den Beatles ein ausgesprochen breites Spektrum abdeckte. Eine Offenheit, die sich auf den bisher zwei CDs von Rupa & The April Fishes spiegelt. Da verbinden sich Elemente des Chanson mit Gypsy Swing und TexMex, trifft der Balkan auf die Rhythmen Südamerikas. Was für eine rauschende Melange, welch polyglotter Brückenschlag, der live eine ganz besondere Dynamik entwickelt.

Wenn sie nicht auf Tour ist, arbeitet Rupa Marya übrigens in San Francisco als Ärztin - in einer Notaufnahme für illegale Einwanderer. Nachvollziehbar also, dass das Thema Einwanderung sich auch in ihren Texte immer wieder findet. So wirft sie in dem Song "Por la frontera" die Frage auf, warum eine imaginäre Linie mehr wert sein soll als ein Menschenleben oder versetzt sich in "Espero la luna" in die Situation einer Frau, die auf den Einbruch der Nacht wartet, um die schwer gesicherte Grenze zwischen Mexiko und den USA überwinden zu können.

Das alles wunderbar nuanciert begleitet von den Klängen des Akkordeons, der Trompete und des Kontrabasses, die perfekt mit Rupas von Leidenschaft durchwirkter Stimme harmonieren. Das Ergebnis: Musik für Körper und Geist, die an kühlen Winterabenden wärmt und mit der ihr innewohnenden Energie einen Ausblick auf den kommenden Frühling gewährt.

Rupa & The April Fishes Mi 27.1., 21.00, Fabrik (S Altona + Bus 150), Barnerstraße 36, Karten zu 18,- im Vvk.; www.aprilfishes.com