Theater

Alltagsängste und irres Liebesspiel

Foto: kammerspiele

Regisseur Michael Bogdanov bringt "Elling und die Begegnung der dritten Art" in den Kammerspielen am 19.1. zur Uraufführung

Wie oft Boris Aljinovic schon in der Rolle des "Elling" auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele stand, hat er nicht gezählt. Auch bei der zweiten Wiederaufnahme beschreitet der Mime den beschwerlichen Weg des lebensuntüchtigen Muttersöhnchens Elling aus der Psychiatrie in den normalen Alltag häufig vor ausverkauftem Haus.

"Der Stoff bietet die einmalige Chance, eine tragische Geschichte unterhaltsam darzustellen", so der Schauspieler. Am 10. Januar vereint in den Kammerspielen die Uraufführung von "Elling und die Begegnung der dritten Art" erneut das Erfolgsteam aus unter anderem Boris Aljinovic als Elling, Peter Theiss als sein Freund Kjell Bjarne und Regisseur Michael Bogdanov. Axel Hellstenius hat wiederum mit der ausdrücklichen Erlaubnis von Ingvar Ambjørnsen, Urheber der Elling-Buchreihe, eine Stückfassung von "Lieb mich morgen" erstellt, die den Interessen einer Theaterlogik folgt.

Noch immer leidet Elling unter einer autistischen Betrachtung der Welt und ringt mit Alltagsängsten. Diesmal überfordert ihn auch noch die Liebe in Gestalt der Würstchenverkäuferin Lone. "Sie macht ihn wahnsinnig nervös", erzählt Aljinovic. "Leider sind die Projektionen auf diese Frau größer als ihre Zuneigung zu ihm." Sein mittlerweile zu Freundin Reidun gezogener Freund Kjell Bjarne gerät wegen ausufernden Pornokonsums in Erklärungsnot. Und zu allem Überfluss muss sich der in der WG verbliebene und langsam verlotternde Elling auch noch um seinen arbeitslosen Sozialarbeiter kümmern. Am Ende steht bei Elling die Erkenntnis, dass er mit seinen Lügengeschichten nicht weiterkommt - und auch nicht bei seiner Angebeteten landet.

Für Aljinovic war die Begegnung mit Regisseur Michael Bogdanov ein Glücksfall. "Ich entwickle sehr schnell Gedanken zu seiner Erzählkunst", so der Schauspieler. Ob es einen Teil Drei geben wird, ist offen. "Die Bücher werden ja immer düsterer und Elling am Ende doch so etwas wie ein norwegischer Hannibal Lector", sagt Aljinovic. Der Schauspieler, einem breiten Publikum auch als Berliner "Tatort"-Kommissar Felix Stark bekannt, hat keine Sorge, ewig auf einen "Irren" festgelegt zu sein. "Das gibt es doch schon seit Shakespeare", sagt der Mime, "Serien bieten ein unglaublich großes Erzählfeld."

Elling und die Begegnung der dritten Art Uraufführung So 10.1., 19.00, Hamburger Kammerspiele (U Hallerstraße), Hartungstraße 9-11, Karten von 15,- bis 32,- unter T. 0800/413 34 40 oder unter www.hamburger-kammerspiele.de