Western: "Bonanza"-Parodie im Schmidt-Theater

Horst reitet wieder

Nach "Ganz oder gar nicht" inszeniert Gerburg Jahnke "Kalte Colts und heiße Herzen". Heute ist Premiere.

Um Cowboys ranken sich viele Mythen. Einer davon besagt, dass sie lieber alleine durch die Prärie reiten, als sich unbedingt an eine Frau zu binden. "Ich kann graben, schaufeln, buddeln, aber keine Frauen knuddeln. - Ich hab Schiss", singt dann auch Heinz Peter Lengkeit als Cowboy Horst. Heiraten soll der Pistolenschwinger. Doch schnell hängt da in der reinen Männerriege der Haussegen komplett schief.

Die Ähnlichkeit mit der beliebtesten Fernsehranch der 70er-Jahre, der Ponderosa aus der "Bonanza"-Serie, ist da kein Zufall. Für einen theatralen Aufguss erzählt Regisseurin Gerburg Jahnke die Serie mit reichlich Fantasie und munteren Songs weiter. Von heute an bis zum 15. November heißt es im Schmidt-Theater "Kalte Colts und heiße Herzen". In der Produktion des Oberhausener Ebertbades erleben die drei Brüder Adam, Horst und der Kleine allerlei Abenteuer. Natürlich haben die Jungs mit Banditen und Indianern eigentlich schon alle Hände voll zu tun. Doch der gute alte Pa ist verstorben, und der letzte Wille soll erfüllt werden, der da lautet: Ein Nachkomme muss her. Die Zukunft der Ranch steht auf dem Spiel.

Im Wilden Westen wäre eine solche Wendung natürlich undenkbar, aber in der Bühnenfassung finden sich doch tatsächlich drei Schwestern auf einer benachbarten Hühnerfarm.

Jahnke hat sich zuletzt mit der Ruhrpott-Komödie "Ganz oder gar nicht" um eine Horde blank ziehender Arbeitsloser für beschwingte Gesangsstücke empfohlen. Dieselben Jungs schlüpfen nun in coole Westernoutfits und schmettern Lieder wie den Motown-Klassiker "Papa Was A Rollin' Stone" oder "Männer sind Schweine" von den Ärzten.

Im zweiten Teil gehen dann auch die Geschlechterrollen munter drüber und drunter. Eine chinesische Schlampenköchin mit Namen Hip Song (Hajo Sommers) sorgt für Aufruhr. Die Frauenrollen waren anfangs recht biestig von der Regisseurin angelegt. Zu guter Letzt hat man sich dann aber erinnert, dass nicht nur Cowboys im Publikum sitzen ...

Kalte Colts und heiße Herzen: 10.11. bis 15.11., Schmidt-Theater (S Reeperbahn), Spielbudenplatz 27, Karten zu 12,10 bis 45,10 unter T. 31 77 88 99, Infos im Internet www.schmidt-theater.de