Streit am Berliner Ensemble

Hochhuth unterliegt vor Gericht

Theaterdonner vor Gericht und laufenden Kameras: Rolf Hochhuth unterliegt Claus Peymann vor Gericht und kündigt gleichzeitig den Mietvertrag am Berliner Ensemble.

Berlin. Der 78-jährige Dramatiker ("Der Stellvertreter") ist gestern vor dem Berliner Landgericht damit gescheitert, mit einer einstweiligen Verfügung die Aufführung seines Stücks "Sommer 14 - Zur Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs" in eigener Regie am Berliner Ensemble während der Theaterferien noch im August durchzusetzen.

"Ich will keine gütliche Lösung, ich will meinen Vertragspartner kündigen, weil er sich nicht in der Lage sieht, mir die Schlüssel zu meinem Gebäude zu geben", sagte Hochhuth. "Selbstverständlich erhält er jetzt die fristlose Kündigung, und die ist endgültig. Ich habe keine Lust, nächstes Jahr wieder den gleichen Zirkus mitzumachen." Hochhuth ist über die Ilse-Holzapfel-Stiftung Eigentümer der Immobilie. Er erklärte "das Ende der Ära Peymann, weil am Schiffbauerdamm die Verlage Rowohlt und Suhrkamp das in Berlin längst überfällige 'Theater der Autoren' gründen werden". Eine Suhrkamp-Sprecherin sagte dazu: "Davon kann keine Rede sein."