Lebenslänglich - doch Söring beteuert seine Unschuld

Talkshow: Johannes B. Kerner. 22.45 Uhr ZDF

"Bedingte Haftentlassung abgelehnt." Wieder einmal. Seit Langem sucht Jens Söring um Begnadigung nach, ohne Erfolg. 21 Jahre sitzt er bereits hinter Gittern, erst in London, seit 1990 in den USA. Verhaftet wegen Scheckbetrugs, angeklagt des Doppelmordes. Dem deutschen Diplomatensohn bleibt die Hoffnung - und das Fernsehen. Die Reihe "37 °" hat den Fall Jens Söring im Frühjahr aufgegriffen, jetzt nimmt sich "Johannes B. Kerner" des Themas an.

Der Moderator hat den inzwischen 41 Jahre alten deutschen Häftling im Gefängnis in Lawrenceville im US-Staat Virginia besucht und zu seiner Geschichte befragt. Das Interview ist Teil der heutigen Sendung, in der neben anderen auch Gail Marshall, die frühere Generalstaatsanwältin von Virginia, zu Gast ist. In ihrer 35-jährigen Laufbahn habe sie erst zwei Fälle erlebt, bei denen sie von der Unschuld des Verurteilten überzeugt war: "Einer ist Jens Söring." Es gebe weder Augenzeugen noch Fingerabdrücke, keine DNS - und als Hauptbeweismittel habe die Staatsanwaltschaft einen Fußabdruck präsentiert, der viel zu klein sei, um von Jens Söring zu stammen.

Als 18-Jähriger soll er im März 1985 die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom ermordet haben. Das Paar flüchtete über Europa und Thailand zurück nach London. Dort werden sie wegen Scheckbetrugs verhaftet und nach den Morden befragt. Getrennt voneinander gestehen beide die grausame Tat. Elizabeth Haysom wird verurteilt - 90 Jahre Freiheitsstrafe in einem US-Frauengefängnis. Für Jens Söring fällt das Strafmaß um einiges schärfer aus: zweimal lebenslänglich. Er klagt bis zum Europäischen Gerichtshof - im Herbst 2007 soll der Begnadigungsausschuss in Virginia noch einmal tagen.