Ein Deutscher und die US-Justiz

Reportage: 37° - Lebend begraben. 22.15 Uhr ZDF

Der Häftling mit der Nummer 179212 hat einen sehnlichen Wunsch: Er möchte noch einmal einen Baum berühren. Seit mehr als 20 Jahren sitzt der deutsche Bundesbürger Jens Söring in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Virginia, er soll 1985 im Alter von 18 Jahren die Eltern seiner amerikanischen Freundin ermordet haben. Ein Geschworenengericht hat ihn zu zweimal lebenslänglich verurteilt - trotz fehlender Beweise. Es gab weder Augenzeugen noch Fingerabdrücke. Jens Söring fühlt sich wie "Lebend begraben".

Katharina Gugel und Ulf Eberle, die schon mehrere Filme für die Reihe "37°" realisierten, haben Söring in den USA besucht. Sie verfolgen mit ihrem Film, der den Untertitel "Ein Deutscher und die US-Justiz" trägt, ein Ziel: Sie wollen erreichen, dass der inzwischen 40-Jährige nach Deutschland überstellt wird; "Repatriierungsverfahren" nennen Juristen diesen Vorgang. Ein Strohhalm, an den sich Söring klammert. "Dieses Verfahren hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn auf politischer Ebene Druck gemacht würde. Söring und seine Anwälte erhoffen sich durch unseren Film eine Resonanz, die dabei helfen könnte", meinen die Autoren.