Frisches aus Fernost

Rund 100 Veranstaltungen zeigen die vielfältige Kunst-Szene.

Hamburg. Deutschlands Brückenkopf nach China ist Hamburg - beim Handel sowieso, aber durch die lebendige Städtepartnerschaft mit Shanghai auch beim Kulturaustausch. Während der China-Wochen und Shanghai-Tage 2002 vom kommenden Dienstag an wird mit knapp 100 Veranstaltungen zum dritten Mal die enge Verbindung Hamburgs mit dem Reich der Mitte zelebriert - mit Ausstellungen, Konzerten, Filmen und Lesungen. Sie werden von etwa 80 Vereinen und Institutionen organisiert, darunter Kulturbehörde, Hamburger China-Gesellschaft und Deutsch-Chinesische Gesellschaft. Allein aus Shanghai werden etwa 260 Gäste anreisen, unter ihnen Bürgermeister Zhou Muyao (siehe Bericht Seite 16). Shanghai steht auch im Blickpunkt der Fotoausstellung "Images of Shanghai" in der Diele des Rathauses. 68 internationale Fotografen haben Shanghais Wandel zur dynamischen Weltstadt festgehalten (17. 9. bis 6. 10.). Einen Schwerpunkt setzt zeitgenössische chinesische Kunst mit der Ausstellung "Der Wind aus Shanghai" im Architektur Centrum Post (Gorch-Fock-Wall 1). 62 Künstler aus Shanghai zeigen Arbeiten der vergangenen 20 Jahre. In dieser Zeit der Öffnung wurden nicht nur sämtliche Ausdrucksformen westlicher Malerei ausprobiert, sondern sind auch eigenständige Sichtweisen entwickelt worden - sicher eines der interessantesten Projekte der China-Wochen (12.-28. 9.). Einen breiten Überblick über Denken und Fühlen im neuen China bietet die Filmreihe "Neues chinesisches Kino" (bis 6. 10.) im Metropolis Kino mit fast 20 Filmen aus den vergangenen Jahren, mit denen chinesische Filmemacher großes Aufsehen erregten - bei Jurys der internationalen Festivals, aber auch bei den heimischen Kulturwächtern. Junge Musiker des Shanghaier Konservatoriums treten mit traditionellen chinesischen Instrumenten am 19. und 20. September im Hamburger Konservatorium auf (je 19.30 Uhr, 12 Euro). Im Michel musiziert der Chor der Staatsanwaltschaft Shanghai mit dem Hamburger Polizeichor (17. 9., 19.30 Uhr). Experimenteller wird es bei "sZENic pattern", einem Konzert für Lichtbilder mit ost-westlichen Instrumenten, Computeranimation und Videosequenzen (Kampnagel K2, 20./21. 9., 19.30 Uhr, 18 Euro). Neben einer Fernseh-Gala im CCH gibt es eine chinesisch-deutsche Modenschau in der Handelskammer (16. September, 20 Uhr). Im Literaturhaus lesen am 25. September, 20 Uhr, Yang Lian und Shan Sa aus ihren Werken.