Zum Tod der Malerin Anna Andersch-Marcus

Hamburg. Die Malerin, Grafikerin und Kunsthandwerkerin Anna Andersch-Marcus ist tot. Die Künstlerin, die lange Zeit in Hamburg gelebt hat, starb am 11. April in Yeruham in Israel im Alter von 90 Jahren.

1914 geboren, erhielt sie ihre künstlerische Ausbildung in Kiel und Berlin. In der NS-Zeit lebte sie auf Grund ihrer jüdischen Herkunft und ihrer politischen Überzeugung in ständiger Gefahr. In den 50er und 60er Jahren gestaltete sie zahlreiche Bildfenster für Hamburger Sakralbauten. Mit dem vor einigen Wochen bekanntgewordenen Beschluß zum Teilabriß der Heiligengeistkirche in Barmbek sind auch die von Anna Andersch-Marcus für diese Kirche geschaffenen Fenster in Gefahr. Der Architekt Jens Homann rief zur Rettung dieser 50 Glaskunstwerke auf. 1969 wanderte die Künstlerin nach Israel aus, wo sie lange im arabischen Viertel Jerusalems wohnte. Zuletzt lebte Andersch-Marcus, die von Chagall und Feininger beeinflußt wurde, in einem Ort in der Negev-Wüste.