Zum letzten Mal gabs die "Berliner Seiten" der FAZ

Berlin. Mit einem Abschiedswort von Herausgeber Frank Schirrmacher sind am Sonnabend die "Berliner Seiten" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zum letzten Mal erschienen. Die Krise auf dem bundesdeutschen Zeitungsmarkt habe die Einstellung der täglichen Berlin-Lokalbeilage notwendig gemacht, schrieb der für das FAZ-Feuilleton und die bisherigen Hauptstadt-Seiten verantwortliche Schirrmacher. "Dies ist kein Abschied. Aber unsere Trauer ist enorm." Die "Berliner Seiten" waren am 1. September 1999 unter der Leitung der Journalisten Florian Illies und Axel Wermelskirchen erstmals erschienen. Schirrmacher hatte über das Ende der "Berliner Seiten" in der jüngsten Ausgabe der "Zeit" gesagt: "Dass sich diese Stadt zu einer Stadt entwickelt, in der ein Schweizer Diplomat, ein Friseur und eine Talkshow-Dame irgendwie die neue Republik repräsentieren, das habe ich nicht erwartet, das haben auch alle anderen nicht erwartet." Der Einstellungsbeschluss ist Teil eines drastischen Sparprogramms, mit dem der Einbruch im Anzeigengeschäft abgefangen werden soll. Dabei sind Stellenkürzungen "im unteren dreistelligen Bereich" vorgesehen. Insgesamt beschäftigt die FAZ 1400 Festangestellte, darunter 750 Redakteure.