Vorbild und Meßlatte: Die US-Serie "The West Wing"

Joachim Mischke

Ein demokratischer Präsident zum Liebhaben, dazu ein Mitarbeiterstab, der in Sekunden von genialem politischen Kalkül auf verschusselte Kinderspielplatz-Blauäugigkeit umschalten konnte, geschliffene Dialoge, schneller Witz, und ständig die garstigen Republikaner im Nacken. In der US-Erfolgsserie "The West Wing", die 1999 auf NBC startete, wurde Martin Sheen - zumindest für Linksliberale und Millionen von Zuschauern - in der Rolle des väterlichen Ostküsten-Intellektuellen Josiah Bartlet zeitweilig zum besten Regierungschef, den das Land dem Rest der Welt zu bieten hatte. Aufmüpfige Korrespondenten im Weißen Haus wurden von der Pressesprecherin im Schach gehalten, Terror-Gefahren vom Krisenstab mehr oder weniger gekonnt bekämpft; Affären, Skandale und eine ordentliche Portion alltäglichen Wahnsinns - wirklich alles hat dort seinen Platz. Mittlerweile wurde "West Wing" mit mehreren Emmys und einem Golden Globe ausgezeichnet. Im deutschen TV erhielt die Serie bislang keine Chance, vier Staffeln sind als Import-DVD-Boxen erhältlich.

( jomi )