100 Prozent Panikrock: Der Udo-Film

Hamburg. "Popcorn? Cola? Eierlikörchen?" Weil er sich, vor der Musikkarriere, einst selbst als Hotelkellner versucht hatte, servierte Udo Lindenberg auch gestern persönlich die Erfrischungen. Zur Voraufführung der TV-Biographie "100% Udo Lindenberg", die RTL am 9. April um 22.15 Uhr ausstrahlt, hatte der Panikrocker in sein gemütliches Privatkino im Erdgeschoß des Atlantic-Hotels ("meine WG") geladen.

Mit der "Tiefseetaucher-genauer-hinguck-Linse" habe das Team um Autorin Simone Adelsbach sein Leben unter die Lupe genommen, lobte Lindenberg und spielte deshalb gleich selbst den Filmvorführer. Für eine Dokumentation, die in schnellen Schnitten und einer mit 45 Minuten eigentlich viel zu kurzen Spieldauer dennoch sehr eindringlich das Leben einer deutschen Ikone nachzeichnet. Ein filmisches Denkmal für einen - wer den Film gesehen hat, darf das ruhig mal so pathetisch behaupten - Kult(ur)-Helden der deutschen Rock-, Pop- und Politszene, dessen einziges DDR-Konzert einst sogar der "Tagesschau" eine Meldung wert war.

Zu Wort kommen neben prominenten Weggefährten wie Otto, Helge Schneider, Nena oder dem ehrfürchtigen Benjamin von Stuckrad-Barre auch Familienangehörige und verflossene Liebschaften - erstaunlich offen. Untermauert mit Fotos aus dem Privatalbum und selten gezeigten Archiv-Aufnahmen, entstand so das umfangreiche Porträt eines Mannes, den laut einer Emnid-Umfrage vom letzten Jahr tatsächlich 96 Prozent aller Deutschen kennen.

Eddi Kante, Lindenbergs Bodyguard seit 25 Jahren ("Wir feiern dieses Jahr Silberhochzeit") und immer dort, wo auch der Meister ist, fand's gestern schlicht "ergreifend" - und auch Udo gestand "einen Kloß im Hals": "Da ist man ja selber ganz beeindruckt", nuschelte er. Und orderte gerührt eine Runde Eierlikör für alle.