Pantomime - Was ist das?

Pantomime (von griech. pantomimos = "der alles Nachahmende") ist die Kunst, eine Geschichte zu erzählen, ohne auch nur ein einziges Wort zu verlieren. Ein Blick, ein Hochziehen der Augenbraue, eine wegwerfende Handbewegung sagen hier mehr als wortreiche Erklärungen. Nicht die Sprache, sondern Körpersprache ist das Handwerkszeug eines Pantomimen.

Als eigenständige Kunstform lässt sich die Pantomime erstmals etwa 400 v. Chr. in Griechenland nachweisen. Besonders beliebt war sie als Komödien- oder Tragödien-Pantomime im römischen Theater (etwa 20 v. Chr. bis 500 n. Chr.). Im weiteren Verlauf der Geschichte lebte sie in den Aufführungen des fahrenden Volks, den Mysterienspielen des Mittelalters und der italienischen "Commedia dell'arte" (Stegreifkomödie) fort.

In England und Frankreich entstand später eine eigene Form der Pantomime, die sozialkritisch geprägt war. Hauptprotagonist war hier die Figur des Harlekin beziehungsweise des Pierrot. Sie erlebte mit Jean Baptiste Deburau (1796-1846) ihre letzte Blüte und überdauerte im Zirkus (Clown) und im Stummfilm (Charlie Chaplin).

Die moderne Pantomime, die eine Systematik der körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten entwickelte, wurde von Etienne Decroux (1898-1991) begründet. Aus seiner Schule gingen Jean Louis Barrault und Marcel Marceau hervor, die die Figur des Pierrot wieder zum Leben erweckten. (bbr)