Ulkig mit Niveau

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Iska Geri ist mit 81 Jahren gestorben

Hamburg. Eigentlich hieß sie Hildegard Predöhl und stammte aus Stettin. Als Iska Geri aber machte sie sich einen Namen in der intelligenten leichten Unterhaltung. In Willi Schaeffers legendärem "Kabarett der Komiker" debütierte sie vor 62 Jahren in Berlin. Und wurde - eher ein Ritterschlag - bald ihrer frechen Texte wegen von den Nazis mit einem Auftrittsverbot belegt. Nach '45 aber kam ihre große Zeit. In Hamburg spielte sie neben Willy Fritsch 1947 in der ersten Revue nach dem Krieg den "Liebesexpress". Der tobte durch ein großes Zirkuszelt auf der Moorweide, das man sich dafür bei Hagenbeck ausgeliehen hatte. Auch in der "Bonbonnière" war sie hier zu sehen. Und im "Vaterland" am Ballindamm, stets nach ihrem Motto: "Ulkig, aber auf hohem Niveau. Bei mir brüllt man nicht, man lächelt." So zum Beispiel über Verse wie diese: "Ich wollt, du wärst ein Kannibale und ich dein Abendbrot. Dann säßen wir abends beim Mahle - du wärst satt, ich wäre tot." Mit ihrem alten Berliner Kabarett-Partner Werner Finck stand sie wieder auf der Bühne, mit Gert Fröbe oder Theo Lingen. Mit dem Geiger Helmut Zacharias nahm sie ihre Chansons auf Schallplatte auf, komponiert von Ralph Werner Lorenz, den sie 1950 auf einer Tournee kennen gelernt und bald geheiratet hatte. Iska Geri wurde in Filmen wie "Hallo Fräulein" oder "Manöverball" an der Seite von Hans Söhnker und Peter van Eyck gefeiert, machte Fernsehen (unter anderem die Serie "Einfach Lamprecht" an der Seite von Carl Heinz Schroth 1969) und spielte Operette, so 1979 sieben Monate en suite Kollos "Wie einst im Mai" am Berliner Theater des Westens. Und ging mit "Peer Gynt" und "Faust" auf Theater-Tourneen. Dennoch: Ihr Herz gehörte dem Kabarett. "Ich bin das Exemplar einer langsam aussterbenden Gattung", sagte sie vor Jahren in einem Abendblatt-Gespräch, "wer kennt noch diesen verspielten Blödsinn der Brettl-Bühnen, wie er einst betrieben wurde?" Jetzt ist Iska Geri 81-jährig gestorben.

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