Gedenken an Ortrud Beginnen

Hamburg. Man nannte sie ein "Wunder in Schräglage". Ortrud Beginnen war der verrückteste, entzückendste Sonderfall einer Schauspielerin und Kabarettistin, den man erleben kann. Sie war ein Ereignis. Komisch, skurril, blitzgescheit, entschieden politisch. Und singen konnte sie auch - mit spitzen Tönen. Ortrud Beginnen war längere Zeit Ensemblemitglied am Hamburger Schauspielhaus, bevor sie wieder nach Stuttgart zog. Dort gehörte sie schon in den 70er-Jahren am Staatstheater zu Claus Peymanns legendärem Ensemble. Sie starb im Januar 1999 und wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof begraben. Zwei ihrer Kollegen - Multitalente wie die Beginnen -, Gustav Peter Wöhler und Susanne Betancor, haben nun auf CD "Lieder und Texte aus dem Katastrophenkoffer"(Roofmusic) eingespielt. Zu hören ist auch Ortrud Beginnen selbst - mit Auszügen aus ihren scharfzüngigen Kabarettprogrammen und Interviews. Das Konzept stammt von ihrem Lebensgefährten, dem Regisseur James Lyons. (HA)

Matinee mit Susanne Betancor und Gustav Peter Wöhler am Sonntag, 19. 1., 11 Uhr, in den Kammerspielen, Hartungstraße