Ernst-Deutsch-Theater: Aufbruchstimmung an der Mundsburg-Bühne

Thekla Carola Wied und John Neumeier am EDT

Isabella Vértes-Schütter, Intendantin des größten Privattheaters in Deutschland, freut sich über acht Prozent mehr Zuschauer, holt Thekla Carola Wied und Uwe Friedrichsen auf die Bühne. Vertés-Schütter wirkt in einem musikalischen Cross-Over-Projekt von Designer Peter Schmidt über die Lagunenstadt „Venezia“ mit und bietet erstmals John Neumeiers Ballettschülern Raum für eine Werkschau.

Hamburg. Aufbruchstimmung herrscht am Ernst Deutsch Theater. "Wir sind aus der Talsohle heraus", sagt Isabelle Vertes-Schütter und verweist auf 75 Prozent Platzauslastung im 744-Plätze-Haus. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr (185.000 Besucher in 380 Vorstellungen).

Im Spielplan fehlen diesmal Lessing und Kleist, dafür sind moderne Klassiker im Programm. Thekla Carola Wied spielt an der Seite von Uwe Friedrichsen als Ibsens "John Gabriel Borkmann" (Regie: Wolf-Dietrich Sprenger). Charles Brauer ist Wladimir in Becketts "Warten auf Godot" und Daniela Ziegler ist erneut Gast an der Mundsburg in O’Neills "Trauer muss Elektra tragen". Dazu gibt es Michael Frayns Komödie "Verdammt lang her" und als Wagnis Wajdi Mouawads Antikriegsstück "Verbrennungen" mit Vertes-Schütter in der Mutterrolle.

Die Intendantin will das Jugendprogramm weiter ausbauen, spielt die Produktionen etwas kürzer, um mehr Probentage und Gastspiele zu ermöglichen. Eva Mattes und Axel Zwingenberger geben Konzerte.

John Neumeiers Tanzklassen werden im Anschluss ans plattform- Festival (24. bis 27. Februar 2010) zum Thema "Krise" in der ersten Märzwoche 2010 gastieren, um ihre choreografischen Skizzen zu zeigen. Auch in Peter Schmidts Projekt "Venezia Schönheit und Trauer" mit dem Ensemble Resonanz sind junge Neumeier-Tänzer wie Orkan Dann als Choreograf eingebunden.

Designer Schmidt hofft nun am Dienstag auf Einigung mit den Behörden, um den Vorplatz zum Ernst Deutsch Theater gestalten zu können. Die "traurige Ecke" ist in das Plätzeverschönerungsprogramm aufgenommen worden, wofür der Senat 230.000 Euro bewilligte.

Die von Schmidt geplante rote Stele ist ein Privatbauwerk auf öffentlichem Grund und muss vom Theater finanziert werden. Erst ein Drittel der Kosten von 75.000 Euro sind vorhanden, der Rest muss noch von privaten Spendern eingeworben werden. Die Intendantin will den neuen Friedrich Schütter-Platz am 31. Juli zur "Venezia"-Premiere eröffnen.