Oscarreif: Die Karriere des berühmten Tierfilmers

Bernhard Klemens Maria Hoffbauer Pius Grzimek wird am 24. April 1909 in Neisse, Oberschlesien als jüngstes von sechs Kindern geboren. Sein Vater...

Bernhard Klemens Maria Hoffbauer Pius Grzimek wird am 24. April 1909 in Neisse, Oberschlesien als jüngstes von sechs Kindern geboren. Sein Vater Paulfranz Grzimek, Anwalt und Notar, stirbt bereits drei Jahre später. Bernhard macht Abitur in Neisse und studiert danach Veterinärmedizin in Leipzig und Berlin, wo er auch seinen Doktortitel erwirbt. 1930 heiratet er seine erste Frau Hildegard; die Söhne Rochus und Michael werden 1931 und 1934 geboren. 1933 startet Bernhard Grzimek seine berufliche Laufbahn als Sachverständiger im Preußischen Landwirtschaftsministerium in Berlin. Den Zweiten Weltkrieg erlebt er als Veterinäroffizier, flieht kurz vor Kriegsende und übernimmt im Mai 1945 den Zoodirektorenposten in Frankfurt. 1951 reist er das erste Mal nach Afrika. Der Schwarze Kontinent inspiriert ihn und seinen Sohn Michael zu den Kinofilmen "Kein Platz für wilde Tiere" (1956), der mit zwei Goldenen Bären und dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wird, und "Serengeti darf nicht sterben" (1959), welcher das Wildgebiet und die Arbeit der beiden Männer an den wandernden Tierherden bekannt macht und der den Oscar als bester Dokumentarfilm gewinnt. 1956 startet Bernhard Grzimek auch seine Fernsehkarriere: "Ein Platz für Tiere" wird als erste Tiersendung mit 175 Folgen ein Dauerbrenner der deutschen Fernsehunterhaltung. Grzimek lehrt mehrere Jahre nebenbei an den Universitäten in Frankfurt und Gießen, gibt die Zeitschrift "Das Tier" heraus und wird im Januar 1970 von Bundeskanzler Willy Brandt zum ersten Beauftragten der Bundesregierung für den Naturschutz berufen. Nach drei Jahren legt er diese ehrenamtliche Aufgabe nieder. Von 1971 bis zu seinem Tod steht Bernhard Grzimek der von ihm nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Zoologischen Gesellschaft Frankfurt als Präsident vor. Nach seiner Pensionierung als Zoodirektor 1974 konzentriert sich der Bundesverdienstkreuzträger auf die Naturschutzarbeit. 1978 heiratet er seine zweite Ehefrau Erika, die Witwe seines Sohnes Michael. Grzimek stirbt am 13. März 1987 in Frankfurt.