Zwei Solisten schreiben exklusiv für das Abendblatt aus Japan

Ballett-Blog 9, letzter Teil - eine Bilanz

Am 8. März kehrte das Hamburg Ballett nach vier Wochen in Japan zurück nach Hamburg. Silvia Azzoni und Casten Jung blicken zurück auf eine erfolgreiche, spannende Zeit. Carsten Jung freut sich auf Ferien mit seiner Familie in Barsbüttel, Silvia Azzoni macht erstmal Urlaub - in Vietnam.

Silvia Azzoni:

Ich bin traurig, dass die Tournee schon zuende ist. Von mir aus hätten wir ruhig noch einen Monat in Japan bleiben können ich liebe es einfach, hier zu sein. Die Zeit war toll ich konnte zwei wunderbare Rollen tanzen, das Publikum war absolut begeistert. Man spürt, wie sehr man die Leute durch den Tanz berührt, das ist ein schönes Gefühl.

Das Highlight der Tour war für mich die Premiere der "Kameliendame". In Hamburg schien das alles noch so weit weg, da war mir gar nicht klar, dass es wirklich eine Premiere sein würde. Der Abend der Vorstellung war dann einfach überwältigend: Ich habe mich so gut gefühlt in der Rolle. Und auch die zweite Vorstellung in Hiroshima war ganz besonders für mich. Ich freue mich schon, auch in Hamburg die Kameliendame zu tanzen.

Doch nun haben wir erstmal Ferien. Und da fahren Sascha Riabko und ich nach Vietnam. Erst sind wir einige Tage am Meer, dann in Saigon. Ich freue mich schon sehr durchatmen, entspannen, Sonne tanken, das kann ich jetzt gut gebrauchen. Ich mag Asien sehr, die Kultur ist so besonders und die Menschen sind ganz anders als in Europa. Für mich haben die asiatischen Kulturen etwas sehr Beruhigendes.

Im Sommer 2010 werde ich das nächste Mal in Japan sein mit der Etoile-Gala der Paris Opera Group. Weil unser letzter Auftritt im Jahr 2008 in diesem Rahmen so erfolgreich war, werden wir diesmal durch verschiedene Städte touren - die Fans hier warten schon ungeduldig.

Carsten Jung:

Diese Japantournee war besonders, auch im Vergleich zu den vorherigen. Zum ersten Mal hatte ich große Rollen, sowohl mit dem Prinzen in der "Kleinen Meerjungfrau" als auch mit dem Vater in der "Kameliendame".

Gerade die Rolle des Prinzen hier in Japan zeigen zu können, hat mich sehr berührt. Und dass ich dann sogar alle Vorstellungen tanzen konnte, war zwar anstrengend, aber trotzdem einfach toll. Das gab mir mehr Möglichkeiten, mich auszuprobieren.

Mein Highlight der Tournee war denn auch, dass wir es geschafft haben, die Zweitbesetzung der "Kleinen Meerjungfrau" in nur 1,5 Tagen auf die Bühne zu bringen, mit nur einer Extraprobe und dem Durchlauf vor der eigentlichen Vorstellung. Aber eigentlich ist jede Vorstellung in Japan ein Highlight gewesen, das Publikum ist so enthusiastisch, immer hatten wir Standing Ovations, das ist schon etwas ganz besonderes.

In den Ferien werde ich zuhause in Barsbüttel sein und die Zeit mit meiner Familie genießen. Ich kann es kaum erwarten, wieder bei ihnen zu sein!

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