Tod von Fischer-Dieskau löst Bestürzung aus

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München. Der Tod des Opernsängers Dietrich Fischer-Dieskau hat bei Politikern und Kulturschaffenden große Anteilnahme hervorgerufen. Der Künstler habe „mit unbeugsamem Fleiß und einzigartiger Begabung in vielen Jahrzehnten Berlins Ansehen als Kulturmetropole bereichert“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), am Freitag. Auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, würdigten den Künstler. Fischer-Dieskau starb am Freitag im Alter von 86 Jahren im bayerischen Berg nahe Starnberg.

Seit seinen ersten Auftritten in den 1940er Jahren sei der Sänger ein „hoch geachteter Botschafter zuerst der geteilten und dann der vereinten Stadt“ gewesen, sagte Wowereit. Er erinnerte daran, dass Fischer-Dieskau für seine Verdienste im Jahr 2000 zum Ehrenbürger von Berlin ernannt wurde. Berlin war nach Wowereits Worten immer stolz auf das Schaffen „eines seiner großen Söhne und blickt dankbar auf ein beeindruckendes Lebenswerk zurück“.

"Die Musikwelt verliert einen der ganz Großen"

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Fischer-Dieskau als „Ausnahmekünstler und Jahrhunderterscheinung“. „Mit ihm verliert die Musikwelt einen der ganz Großen. Dietrich Fischer-Dieskau wird unvergessen bleiben als der ideale Interpret des deutschen Liedes“, sagte Seehofer in München. Der CSU-Politiker betonte, auch auf der Opernbühne habe der Sänger Geschichte geschrieben. „Ob als Dirigent, Musikschriftsteller oder Maler - Dietrich Fischer-Dieskau hat stets Maßstäbe höchster Qualität gesetzt.“

Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, sprach von einem großen Verlust für die Musikwelt. Fischer-Dieskau habe durch seine Interpretationen im Liedgesang und in der Oper die Kunst des Singens entscheidend geprägt. „Der heutige Liedgesang wäre ohne die Prägung durch Dietrich Fischer-Dieskau nicht denkbar.“

Auch der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, hob die Bedeutung des Opernsängers hervor. Überragend sei seine Bedeutung für das deutsche Lied, aber auch für die neue Musik, und seine Interpretationen der großen Rollen der Operngeschichte hätten die Gesangskultur maßgeblich geprägt, sagte Staeck.