Prinzenbar: Kele Okereke

Fröhlich in elektronische Gefilde gehüpft

Foto: AP

"Ihr kennt die neuen Songs doch gar nicht" - Trotzdem kam der Solo-Abend von Bloc-Party-Sänger Kele Okereke gut in der Prinzenbar an.

Hamburg. Kele Okereke, Engländer und Sohn nigerianischer Einwanderer, hatte mit schwarzer Musik nie viel am Hut. Mit Bloc Party macht er Rockmusik, sein Soloprojekt setzt den Weg nun in elektronische Gefilde fort. Auch Techno/Elektro ist eher eine weiße Disziplin, aber Okereke fühlt sich wohl in ihr.

Zu besichtigen war dies in der Prinzenbar, wo Okereke die Songs seines noch nicht erschienenen Albums "Boxer" vorstellte. Eine Stunde lang hüpften die mehrheitlich jungen Leute zu den beatlastigen Kompositionen, bei denen Okereke den Sänger und Animateur gab, während seine Band an Schlagzeug und Synthesizern lärmte. Erstaunt zeigte er sich von der Begeisterungsfähigkeit des Publikums - "ihr kennt die neuen Songs doch gar nicht."

Sie wurden trotzdem enthusiastisch aufgenommen, Favoriten waren indes alte Bloc-Party-Nummern. Als nach knapp einer Stunde schon alles vorbei war - das Konzert hatte erst um elf begonnen - war da keiner, der nörgeln wollte. Okerekes neue Musik ist ziemlich tanzbar, davon zeugte vor allem der Körpereinsatz des Meisters selbst. Sein fröhlicher Hedonismus ist ein schöner Kontrapunkt zur früheren gesellschaftskritischen Phase.