Jeder zahlt, was er kann, für Marats Revolutionslaboratorium

Schauspielhaus. Zur 37. und letzten Vorstellung von Volker Löschs brisanter Inszenierung "Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?" am heutigen Montagabend möchte das Schauspielhaus möglichst viele Bürger einladen. Und greift zu einem Trick: Jeder Besucher zahlt so viel, wie er geben kann oder will - aber mindestens einen Euro. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Bei der Premiere sorgte Löschs Bearbeitung und aktuelle Sicht auf das "Marat"-Drama von Peter Weiss mit dem Chor von 24 Hartz-IV-Empfängern aus der Stadt für einen Skandal. Die Aufregung über die Inszenierung hat sich gelegt, sie war zum Berliner Theatertreffen 2009 eingeladen. Und Marion Breckwoldt - sie spielt den Revolutionsskeptiker und Schriftsteller Marquis de Sade - erhielt gerade den Rita-Tanck-Glaser-Schauspielpreis 2010 für ihre darstellerischen Leistungen. In der Rolle des philosophierenden Wüstlings debattiert sie mit Marat im Revolutionslaboratorium über die Aussichten auf eine gerechte Gesellschaft.

In diesem Laboratorium testen auch die 24 Hamburger Bürger im Alter von 21 bis 76 Jahren ihre Lust auf Revolution - weil sie durch ihre finanzielle und soziale Situation zu den "Ausgeschlossenen" in dieser Stadt gehören. Sie formulieren ihre Forderung nach sozialer Veränderung.

Marat, was ist aus unserer Revolution geworden? 17.5., 20 Uhr, Schauspielhaus (S/U Hauptbahnhof), Kirchenallee 39, Karten zum selbst bestimmten Preis unter T. 24 87 13 oder www.schauspielhaus.de