Medien-Macher

Neuer Posten für Ex-"Spiegel"-Chef Aust?

Tritt Stefan Aust in die Dienste der Ganske-Gruppe? Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur ist dem Hamburger Medienhaus bereits als Autor der Ganske-Tochter Hoffmann und Campe verbunden, bei der sein Standardwerk über die RAF, "Der Baader-Meinhof-Komplex", erscheint. Nun gibt es offenbar Überlegungen, ihn mit einer größeren Aufgabe an den Verlag zu binden. Aust und ein Ganske-Sprecher bestätigen entsprechende Gespräche, sagen aber auch, bislang sei nichts entschieden. Um welche Aufgabe es sich handelt, wollen sie nicht verraten.

In Branchenkreisen heißt es, Aust könnte die Nachfolge des ehemaligen "Woche"-Chefredakteurs Manfred Bissinger antreten, der Geschäftsführer Corporate Publishing bei Hoffmann und Campe ist. In dieser Funktion verantwortet er die Produktion von Kundenzeitschriften für Unternehmen wie BMW, die Deutsche Bank oder Evonik.

In ihre Auseinandersetzung mit der Essener WAZ-Gruppe hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) nun die Hamburger Anwaltskanzlei Lovells eingeschaltet. Der Zeitungskonzern hatte zum Jahreswechsel für seine Zeitungen in Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie für den Online-Dienst "Der Westen" die Verträge mit der dpa gekündigt. So will er pro Jahr drei Millionen Euro sparen. Auf den Sites von "Der Westen" stehen aber auch nach Inkrafttreten der Kündigung alte dpa-Meldungen. Deshalb mahnen die Agentur-Anwälte nun die WAZ-Tochter WAZ NewMedia ab.

Gruner + Jahr und der "Spiegel" zanken wegen Sonderheften. Bei G+J ärgert man sich, dass es bei drei dieser sogenannten Line Extensions des Nachrichtenmagazins zu thematischen Überschneidungen mit "Geo"-Ausgaben kam: Im November sei ein "Spiegel Special" zum Thema "Was Kinder klug & glücklich macht" zeitgleich mit dem Titel "Geo Kompakt Kindheit" herausgekommen. Anfang des Jahres machte das erstmals erschienene "Spiegel Geschichte" mit dem "Ende des Römischen Reichs" auf. Dabei ging es um 2000 Jahre Varus-Schlacht. Die war auch Thema des "Geo Epoche"-Hefts "Die Germanen".

Verärgert ist man bei G+J vor allem über das kürzlich erschienene "Spiegel Wissen" zum Thema Lebenslauf-Forschung ("Mein Ich"). Exakt diesem Sujet widmet sich das aktuelle "Geo Wissen", nur dass der Titel "Wer bin ich?" lautet. "Unsere Themen sind lange im Voraus bekannt", sagt eine G+J-Führungskraft. "An Zufall kann ich da nicht glauben." Beim "Spiegel" gibt man den Schwarzen Peter zurück: Das Thema Lebenslauf-Forschung habe "Geo Wissen" von "Spiegel Wissen" abgekupfert, hieß es dort. Offiziell mag sich keine der beiden Parteien zu der Causa äußern.

Die B20 Publishing , in der die preisgekrönten Independent-Titel "Qvest", "Sleek" und "Luna" erscheinen, hat einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Laut Lothar Eckstein, einer von drei Gesellschaftern, sei ein Finanzier kurzfristig abgesprungen. Bereits am Donnerstag habe er deshalb "Luna" und "Qvest" verkauft. Das weitere Erscheinen der Titel sei gesichert. Für "Sleek" sucht Eckstein noch Käufer. Die B20 Publishing war erst im November gegründet worden, nachdem Eckstein vom Kölner Medikom Verlag "Qvest" und "Luna" übernommen hatte. "Luna" geht nun zurück zu Medikom, das zwischenzeitlich vom Hamburger Kinderzeitschriftenverlag Junior übernommen wurde. "Qvest" hat Eckstein an die Kölner Galeristen, Agenturinhaber und ehemaligen Medikom-Dienstleister Michael Kaune und Malte Sudendorf verkauft.