Medien-Macher

"Fest der Freiheit": Warum die ARD ein ZDF-Event zeigt

Vor etwa einem Jahr wurde dem ARD-Sender RBB angeboten, Medienpartner der Veranstaltung zu werden. Er lehnte dankend ab.

Wenn die Aktualität es verlangt, müssen Sender ihr Programm schon mal kurzfristig ändern. Die ARD hat am Montag bekannt gegeben, dass sie am 9. November um 18.50 Uhr statt einer Folge der Serie "Großstadtrevier" das "Fest der Freiheit" am Brandenburger Tor aus Anlass des 20. Jahrestags des Mauerfalls zeigen wird. Wann und wo dieses Fest steigt, steht aber schon sehr lange fest: Vor etwa einem Jahr wurde dem ARD-Sender RBB angeboten, Medienpartner der Veranstaltung zu werden. Er lehnte dankend ab, weil damals, so ein RBB-Sprecher, noch nicht klar war, was dort passiert. Das ZDF hingegen konnte das nicht schrecken. Es wurde Medienpartner des Festes, auf dem mit Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, Dmitri Medwedjew und Hillary Clinton internationale Spitzenpolitiker sprechen werden.

Die ARD hingegen fand offenbar in der Zwischenzeit keinen gleichwertigen Ersatz. "Vor wenigen Wochen war noch nicht klar, wer da auftritt", begründet ARD-Chefredakteur Thomas Baumann die kurzfristige Entscheidung, nun doch zu übertragen. Das Erste wird das ZDF-Bild von der Veranstaltung übernehmen. Rechtzeitig um 20 Uhr, wenn der bunte, von ZDF-Star Thomas Gottschalk moderierte Teil der Festivität beginnt, will sich die ARD von der Veranstaltung wieder verabschieden.

Die Computerspielbranche galt lange als krisenfestes Wachstumssegment. Ist es damit nun vorbei? Das Hamburger Medien Haus HMH , das dem Münchner Langenscheidt Verlag gehört und beispielsweise Computerspiele mit Playmobil-Figuren produziert, hat jedenfalls am Donnerstag die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Betroffen sind 25 Mitarbeiter. Das "Jahresendgeschäft 2008" sei "deutlich hinter den Erwartungen" zurückgeblieben, heißt es bei Langenscheidt. Dieser Negativtrend habe 2009 nicht gestoppt werden können.

Das Zeitungshaus M. DuMont Schauberg (MDS), dem auch die "Hamburger Morgenpost" gehört, hat allen etwa zwölf Mitarbeitern der "Netzeitung" betriebsbedingt gekündigt. Das Online-Blatt soll künftig "als automatisiertes Nachrichtenportal" betrieben werden, heißt es offiziell. Unklar ist, ob die Kündigungen der Auftakt zu einem größeren Personalabbau am MDS-Standort Berlin sind. In Verlagskreisen heißt es, dass etwa 60 Stellen gestrichen werden sollen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht.

Hat ein Bericht vom September 2009 über den ominösen Exklusivvertrag der ARD mit Jan Ullrich das Verhältnis zwischen MDR und dem NDR-Medienmagazin "Zapp" dauerhaft verschattet? Bekanntlich beantwortet der Sender keine "Zapp"-Anfragen mehr. In dem Beitrag war MDR-Intendant Udo Reiter zu sehen, wie er ein Schriftstück unterzeichnet. Der Eindruck lag nahe, Reiter habe den Vertrag mit Ullrich geschlossen, was aber falsch ist. Der damalige "Zapp"-Redaktionsleiter Kuno Haberbusch sagt, er habe sich schriftlich und in der darauffolgenden Sendung bei dem Intendanten entschuldigt. Reiter soll aber immer noch verstimmt sein.

Als erster deutscher Online-Mediendienst hat "Meedia" im Oktober mit 1,004 Millionen Visits die Millionenmarke geknackt. Der Hamburger Dienst liegt vor den Wettbewerbern wuv.de und Horizont.net.

Kai-Hinrich.Renner@abendblatt.de