Medien-Macher

Bauer sprachlos: Fritzenkötter geht

Yvonne Bauer wird zwar erst ab 1. Januar bei der Bauer Media Group das Sagen haben, die erste hochkarätige Personalentscheidung hat sie aber schon getroffen.

Hamburg. Yvonne Bauer wird zwar erst ab 1. Januar bei der Bauer Media Group das Sagen haben, die erste hochkarätige Personalentscheidung hat sie aber schon getroffen: Der Verlag trennt sich von seinem langjährigen Kommunikationschef Andreas Fritzenkötter . Offiziell geht er wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit". Worin diese "unterschiedlichen Auffassungen" bestehen, soll man Fritzenkötter aber nicht gesagt haben. Zehn Jahre lang leitete Fritzenkötter (51) die PR-Abteilung des Unternehmens. Er machte aus dem Medienpreis "Die goldene Feder" ein wirkliches Event und führte die Jahrespressekonferenz ein. Doch auch Fritzenkötter konnte die Bauer Media Group nicht in einen der Öffentlichkeit zugewandten Verlag verwandeln. Jetzt ist der frühere Berater von Helmut Kohl freigestellt und wird das Haus kommende Woche verlassen. Damit ist er immer noch besser dran als die 25 gekündigten Mitarbeiter der Bauer-Blätter "Wohnidee" und "Laura Kreativ Wohnen". Sie mussten gestern sofort ihren Arbeitsplatz verlassen, weil ihre Titel nach München ziehen.

Für einigen Wirbel hat bei Hamburger Medienunternehmen die angekündigte Schließung des Amtes Medien in der Kulturbehörde gesorgt. Auch ein Schreiben der zuständigen Senatorin Karin von Welck konnte die Gemüter nicht beruhigen. Im Gegenteil: Dort ging es um die Nutzung von "Synergien zwischen ... verwandten Themen" und die Auflösung bestehender "Doppelstrukturen". So etwas klingt nach forciertem Sparen, gab es ursprünglich doch Pläne, den Kulturetat im schlimmsten Fall um zehn Millionen Euro zu kürzen.

Die Medien sind jetzt fast ungeschoren davongekommen. Der Abbau von Doppelstrukturen betrifft nur die Bereiche Design, Film, Foto und Musik. Sie wandern im Amt für Medien und Kultur in die neue Abteilung "Kunst, Kreativwirtschaft und Stadtteilkultur". Daneben wird es auch eine Abteilung "Medienwirtschaft und Medienstrategie" geben. Sie ist in die Referate "Medien und IT-Wirtschaft" sowie "Medienrecht und Medienstrategie" unterteilt. Leiter der neuen Abteilung ist Rainer Hanus , der bisher im Amt Medien der Abteilung "Medienwirtschaft, IT und Telekommunikation" vorsteht. Besonders stolz ist man in der Behörde auf das Referat "Medienrecht und Medienstrategie". Dieses Referat könnte eines Tages auch Interessen der Hamburger Medienwirtschaft gegenüber der EU vertreten.

Profitieren soll auch die Medienabteilung von den zwölf neuen Stellen, die in der Kulturbehörde geschaffen werden. Und eine andere, ganz wichtige Personalie ist in trockenen Tüchern: Der Medienkoordinator des Senats, Karl Dietrich Seikel , dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft, hat sein Engagement bis Ende der Legislaturperiode im Februar 2012 verlängert.

Udo Reiter vom MDR dürfte der einzige twitternde deutsche Intendant eines öffentlich-rechtlichen Senders sein. Zu seinen Followern zählt auch der Pressesprecher der Linken im sächsischen Landtag, Marcel Braumann . Vorvergangene Woche stellte der Pressemann dem Intendanten via Twitter zwei Fragen. Es ging um die umstrittenen Bluttests, die auch der MDR von neu eingestellten Mitarbeitern verlangt. Sonderlich ergiebig waren die Antworten Reiters wohl nicht. Doch Braumann regte sich anschließend über etwas anderes auf: "Schweres Foul von @mdrreiter gegen Twitter-Netiquette", twitterte er. "Hat beide Antwort-Tweets zu meinen MDR-Bluttest-Nachfragen wieder gelöscht. Not amused."

Reiter möchte sich dazu nicht äußern. Er habe als Privatmann getwittert, lässt er über einen MDR-Sprecher ausrichten. Eine seiner Antworten lässt sich übrigens via Google rekonstruieren: "Für Sachverhalte, die in 140 Zeichen nicht zu erläutern sind, hat der MDR eine Presseabteilung." Ein wirklich belangloser Satz.

Im Zuge der Fusion des Sportsenders DSF mit dem Sport-Portal Sport 1 , die beide der Constantin Media gehören, entsteht ein neuer gemeinsamer Vermarkter. Als dessen Leiter war offenbar der Marketingchef des DSF, Markus Spangler , vorgesehen. Doch Spangler verlässt den Sender. Auch Online-Vermarktungschef Thomas Port geht. Warum, ist unklar. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die beiden könnten nicht so gut mit Zeljko Karajica , dem neuen DSF-Geschäftsführer. Weder Spangler noch Port waren für eine Stellungnahme zu erreichen. Und bei Constantin Media heißt es, dass man sich zu Personalspekulationen nicht äußere.

Kai-Hinrich.Renner@abendblatt.de