Hauptsache geheimnisvoll

Unter dem Titel Neo Fabulists stellt Feinkunst Krüger fünf internationale Könner aus

Ihre Bilder sind facettenreich wie ihre Biografien. Sie haben Grafik- oder Kunstschulen absolviert, Illustration gelernt oder eine Karriere als Autodidakt eingeschlagen. Sie machen sogenannten Pop Surrealism, der sich bestens verkauft: eine Mischung aus Volkskunst, Fantasy-Einflüssen, Comic, Altmeistern wie Breughel und Bosch. Fünf schillernde Vertreter dieser Kunstrichtung zeigt die Galerie Feinkunst Krüger in der Ausstellung Neo Fabulists.

Einer der Stars der Szene ist Fred Stonehouse aus Milwaukee. Seine Gemälde erinnern an Reklameschilder aus Dritte-Welt-Ländern. Immer ein wenig plakativ und naiv, im Inhalt verschlüsselt inszeniert. Stonehouse gibt sich als Fledermaus, Löwe oder unter dem geheimnisvollen Titel "The Miracle of Pity" als weinender Bär zu erkennen.

Der Hamburger Heiko Müller hingegen hat eine Vorliebe für Volkshelden wie Andreas Hofer oder Bildrätsel à la Hieronymus Bosch. Da leuchten in gespenstischem Weiß Gewehr oder Augen und umgeben die Bilder mit der Aura glühender Magie. Vergleichsweise prosaisch geht es auf den kleinen quadratischen Holztafeln von Atak (Berlin/Stockholm) zu, mit Szenen aus der großen weiten Welt des Comics. Tim und Struppi lassen grüßen. Bei Ryan Heshka (Vancouver) und seinem in medizinischen Handlungen begriffenen Personal drängt sich ein wenig die Erinnerung an den frühen Neo Rauch auf. Schließlich verführt Femke Hiemstra (Amsterdam) mit ihren unter anderem auf Buchdeckel gemalten Miniaturen in traumhafte, von guten wie bösen Geistern belebte Märchenlandschaften. Einige der Künstler werden zur Vernissage am Sonnabend anwesend sein.

Neo Fabulists Eröffnung Sa 8.5., 20.00, die Ausstellung läuft bis zum 29.5., Feinkunst Krüger (U Landungsbrücken), Ditmar-Koel-Straße 22; www.feinkunst-krueger.de .