Kinder helfen Kindern
Unterstützung für bedürftige Menschen in Hamburg
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Benefiz-Lauf

Gürtel-Trinkflasche ist nur was für Memmen

Hajo Schumacher läuft mit beim Benefiz-Run am 22.6.[ Rechtehinweis: picture alliance/rtn - radio tele nord ]

Hajo Schumacher läuft mit beim Benefiz-Run am 22.6.[ Rechtehinweis: picture alliance/rtn - radio tele nord ]

Foto: dpa Picture-Alliance / rtn, patrick becher / picture alliance / rtn - radio t

Hamburg Commercial Bank Run am 22. Juni: Hajo Schumacher findet Flüssigkeitsversorgung beim Laufen überflüssig

Hajo Schumacher ist begeisterter Läufer und Teilnehmer bei Hamburgs größtem Charitylauf, der am 22. Juni als Hamburg Commercial Bank Run 2019 durch die HafenCity geht. Dies ist die letzte Folge der Lauf-Serie des Kolumnisten:

„Dehydrieren“ ist lebensgefährlich, vor allem für Läufer. Aber muss man beim Sport gleich ertrinken? Mein Vater hat immer gesagt, dass zuviel Flüssigkeit ungesund ist. „Trink nicht immer, dann schwitzt du auch nicht“, lautete eine seiner ewigen Weisheiten. Trinken war ein Zeichen von Schwäche. Und Urin nur dann gut, wenn er goldgelb schimmerte. Wir stellten jedes Jahr bei der Urlaubsfahrt gen Italien neue Rekorde im Harnverhalten auf. Supermodels versichern dagegen, dass das einzige Geheimnis ihrer Schönheit darin bestehe, täglich mindestens drei Liter Wasser zu trinken. Das schaffe ich nicht mal mit Bier. Gefährde ich Menschenleben, weil ich finde, dass man nicht nur Autofahren, sondern sogar einen 60-Minuten-Lauf bei mitteleuropäischen Temperaturen ohne Flüssigkeitszufuhr bewältigen kann? Früher haben wir ganze Nachmittage im Hochsommer ausgetrocknet gekickt und hingen bestenfalls mal am Wasserhahn vom Gewächshaus, bis uns der Gärtner weggejagt hat. Offenbar habe ich jahrelang mit meinem Leben gespielt.

Trinken beim Laufen ist schon ästhetisch ein Problem. Mindestens die Hälfte geht daneben. Und wenn Calcium, Magnesium oder sonst welche gelösten Gesteinsarten im Getränk schwappen, sieht die Läuferbrust aus wie ein Schlabberlatz. Der Rest klebt auf den Beinen. An den paar Tropfen, die im Mund landen, verschluckt man sich obendrein. Und spuckt das Doppelte der eingenommenen Flüssigkeit aus.

Anfänger legen den Hüftgurt an, Djangos zehn Fläschchen

Mitgeführte Trinkbehälter sind wie Walking-Stöcke. Sie dienen nicht dem Sport, sondern als Signal: Achtung, hier wird sich total professionell angestrengt. Anfänger legen den Hüftgurt an, der die Dreiviertelliter-Flasche über dem Steiß wippen lässt und nach spätestens einer Viertelstunde tief ins Bauchfleisch schneidet. Freaks tragen Nuckelflaschengürtel. Django trug gekreuzte Patronengurte, der Dehydrierungsphobiker dagegen hängt sich zehn Fläschchen in transparentem Kunststoff um. Da tanzen dann gelbe, grüne, rote und blaue Zaubertränke auf der Speckschürze, damit die Sportsfreunde auch sehen, dass man eine halbe Stunde in der Küche stand, um Kick-Starter mit Aminokonzentrat, Carbo-Power mit Guarana und Power-Boost mit Putenaroma anzurühren.

In Wirklichkeit sind Flaschenläufer einfach nur Memmen. Und das gilt solange, bis der erste Marathon-Sieger mit Buddelgürtel durchs Ziel läuft. Da lobe ich mir doch den Hamburg Commercial Bank Run, denn da laufen wir nicht gegen die Stoppuhr, nicht um Gold, Silber oder Bronze, sondern vier Kilometer für den guten Zweck und nach der „Arbeit“ ist der Name Programm: Zielversorgung.

Achtung: Anmeldeschluss für Teams ist der 29. Mai

Teams können sich noch bis zum 29. Mai für den Hamburg Commercial Bank Run 2019 (ehemals HSH Nordbank Run) in der HafenCity anmelden. Norddeutschlands größter Benefiz-Lauf startet am 22. Juni, besteht aus mindestens zehn Personen, eine Startnummer kostet – je nach Teamgröße – 20 bis 25 Euro. Vom Startgeld jedes gemeldeten Läufers gehen sieben Euro an die Abendblatt-Initiative „Kinder helfen Kindern“. Mit dem Geld werden im Rahmen der Aktion „Kids in die Clubs“ Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien sportlich gefördert. Einzelstartnummern (25 Euro) für das „Hamburg.Gemeinsam!“-Team gibt es bis zum 21. Juni in der Geschäftsstelle des Hamburger Abendblatts im Großen Burstah 18-32 sowie am Veranstaltungstag vor Ort im Zelt auf der Kaifläche hinter Terminal 1. Anmeldungen: www.hcob-run.de