In Corona-Zeiten

Ein Leben als Sängerin: "Ich würde es immer wieder tun"

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 Sängerin Katrin Redepenning.

Sängerin Katrin Redepenning.

Sopranistin Katrin Redepenning singt meist klassische Stücke. Privat hört die Sängerin aus Kirchwerder am liebsten aber Rammstein.

Kirchwerder/Öjendorf. Wenn die Stimme von Katrin Redepenning erklingt, dann wird es meistens klassisch: Stücke aus Opern, Operetten und Musicals hat die 48-Jährige zu ihrem Fachbereich gemacht. Doch auch Chansons, Pop und Schlager kommen der Berufssängerin gern über die Lippen. Wenn sie aber privat die Musik aufdreht, dann ertönen ganz andere Klänge aus den Boxen: "Ich höre fast ausschließlich Rockmusik. Am liebsten Rammstein", verrät die 48-Jährige, die in Kirchwerder aufgewachsen ist und heute mit ihrem Mann in Öjendorf lebt.

Ihr Herz aber gehört nach wie vor ihrer Heimat: "Ich liebe die Natur, die Hilfsbereitschaft und das herzliche Miteinander der Menschen, die guten regionalen Produkte und natürlich den Elbestrand", sagt Katrin Redepenning, die sich immer wieder freut, in ihrer Heimat "für und mit den Menschen aktiv zu sein", betont die Sopranistin.

Bürojob machte Katrin Redepenning auf Dauer nicht glücklich

Schon als junges Mädchen in den Vierlanden ging Katrin Redepenning in ihrer Freizeit regelmäßig zum Musikunterricht und spielte auch leidenschaftlich gern Theater. Dass sie einst mit der Kunst auch ihr Geld verdienen würde, war da aber noch längst nicht abzusehen. Stattdessen absolvierte sie eine kaufmännische Ausbildung, um mit Mitte 20 dann aber festzustellen, dass sie der Job auf Dauer nicht glücklich machen würde.

Statt im Büro zu sitzen wollte sie auf die Bühne, mit Menschen arbeiten, die Musik voll und ganz in ihr Leben integrieren: Also setzte sie alles auf eine Karte, finanzierte sich selbst eine klassische Gesangsausbildung und wurde mit Anfang 30 Berufssängerin. "Ich bereue es keinen Tag und würde es immer wieder tun", sagt Katrin Redepenning voller Überzeugung.

Kritik an hohen Bürokratiehürden für Corona-Hilfen

Und das, obwohl hinter ihr das schwierigste Jahr liegt, das sie bisher als Künstlerin erlebt hat. "Es ist ein Albtraum für unsere gesamte Branche", sagt Katrin Redepenning, die hofft, dass alle Kulturschaffenden weiter durchhalten, die kleinen Theater und Bühnen auch noch nach der Pandemie existieren. "Die Kultur hätte definitiv mehr Unterstützung verdient", sagt die Kirchwerderin, die vor allem die vielen bürokratischen Hürden beim Beantragen der Corona-Hilfen kritisiert.

Sie selbst hat sich glücklicherweise mehrere Standbeine aufgebaut: Sie kann nicht nur für Anlässe wie Konzerte, Firmenevents oder private Feiern, in der Kirche, im Hotel oder Theater als Sängerin gebucht werden. Ebenso ist sie als Gesangspädagogin für die beiden Hamburger Musicalschools tätig, leitet den Henneberg-Shantychor und sitzt bei "Jugend musiziert" im Fachbereich Musical in der Jury. "Das ist mir eine große Ehre", sagt Katrin Redepenning.

Live-Auftritt im musikalischen Gottesdienst in St. Pankratius

Eine der derzeit seltenen Möglichkeiten, sie live singen zu hören, ergibt sich an diesem Sonnabend, 26. Dezember, in der Kirche St. Pankratius in Ochsenwerder. Von 18 Uhr an wird ein musikalischer Gottesdienst gefeiert. Katrin Redepenning singt Werke von Bach und Peter Cornelius, begleitet von Hendrik Schwolow auf der Trompete und Uta Leber an der Orgel. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ebenso erklingt ihre Stimme im digitalen Adventskalender von St. Severini (www.advent-kirchwerder.de). Das Lied „Oh Holy Night“ versteckt sich hinter dem Sondertürchen „Weihnachtsgrüße“.

Beim Online-Kultur-Festival unserer Zeitung "Bühne frei - live dabei!" gestaltete sie im April einen Abend in der Hotelbar vom Zollenspieker Fährhaus. "Für das neue Jahr ist ein weiterer Auftritt in der Reihe geplant", kündigt Katrin Redepenning an.