Umweltschutz

Kreuzfahrtindustrie macht bei Umweltschutz Sprung nach vorn

Das jüngste Mitglied der AIDA Flotte, die AIDANova, sollte am Dienstagabend das Baudock bei der Papenburger Meyer Werft verlassen

Das jüngste Mitglied der AIDA Flotte, die AIDANova, sollte am Dienstagabend das Baudock bei der Papenburger Meyer Werft verlassen

Foto: AIDA Cruises/Michael Wessels

Nabu untersuchte 76 Kreuzfahrtschiffe. Gute Noten nur für die "AIDANova". Das Schiff ist allerdings noch nicht fertig.

Hamburg. Die Kreuzfahrtreedereien in Deutschland haben einer Auswertung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) zufolge bei der Reduzierung von Schadstoffen einen Sprung nach vorn gemacht. Die in Papenburg gebaute „AIDANova“ von AIDA Cruises werde das erste Kreuzfahrtschiff weltweit sein, dass mit Flüssiggas (LNG) betrieben werden kann, stellte der Nabu am Dienstag in Hamburg heraus. Daher schaffte es die Reederei im diesjährigen Ranking auf den ersten Platz. Das Schiff mit mehr als 2600 Passagierkabinen sollte am Abend das Baudock bei der Papenburger Meyer Werft verlassen und nach weiteren Arbeiten und Tests Mitte November an die Reederei übergeben werden. Flüssiggas gilt als umweltfreundlicherer Antrieb als Diesel oder Schweröl.

AIDANova sticht von Hamburg zur Premierenfahrt in See

„Jetzt sind auch die Wettbewerber gefragt, deutlich mehr in diesem Bereich zu investierten“, mahnte der Leiter der Verkehrspolitik vom Nabu-Bundesverband, Dietmar Oeliger. Insgesamt sind dem Nabu, der 76 Kreuzfahrtschiffe untersuchte, immer noch zu viele Kreuzer ohne Abgastechnik oder ohne umweltfreundlichere Treibstoffe als Schweröl unterwegs. Es sei ein Skandal, dass im Jahr 2018 immer noch Schiffe auf den Markt kämen, die auf diesen Treibstoff ausgelegt seien, teilte Nabu-Bundeschef Leif Miller mit. Kreuzfahrtschiffe stoßen wie Handelsschiffe Abgase aus, darunter Stickoxide, Schwefel und Rußpartikel.